Schmidts Tivoli, Schmidtchen und Schmidt Theater auf der Reeperbahn.  Foto: Ingo Boelter

2G in Hamburg: Keine Verpflichtung für Kinos, Theater und Musicals

Stand: 18.11.2021 10:12 Uhr

In Hamburg gelten ab Sonnabend verschärfte 2G-Regeln. Im Gegensatz zu Restaurants und Bars ist 2G für die Kinos, Theater und Konzerthäuser der Hansestadt jedoch nicht verpflichtend. Nur in Verzehrtheatern mit Speisen am Platz ist es Pflicht.

von Emine Cekirge

Es gibt immer mehr Einschränkungen für Ungeimpfte - auch in Hamburg werden die 2G-Regeln ausgeweitet. Das heißt, dass nur noch alle, die genesen oder geimpft sind, ab Sonnabend ins Restaurant, in Bars, in Musikclubs und in Discotheken dürfen.

Gesundheitssenatorin Leonhard: "Können auf 2G nicht mehr verzichten"

Teile der Veranstaltungsbranche in Hamburg sehen die 2G-Regelung kritisch, sie fürchten dadurch den "Todesstoß". Dazu sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwoch im Gespräch mit NDR Info: "Ich glaube, diese Sorge kann man der Branche nehmen. Man kann jetzt in Hamburg sehen, dass selbst große Musicaltheater ihre Veranstaltungen auf 2G umgestellt haben, obwohl sie es nicht mussten. Es ist für alle sehr einsichtig, dass das Thema Impfschutz sehr bedeutsam ist, wenn Menschen zusammen kommen. Und dass wir da gerade in einer sehr angespannten Situation, wo die Menschen auch mehr drin sind, nicht mehr darauf verzichten werden können."

Kein verpflichtendes 2G für Kinos, Theater und Konzerthäuser

Eindeutig ist die Lage im Kulturbereich jedoch nicht, denn in einigen Einrichtungen darf nach jetzigen Erkenntnissen weiterhin die 3G-Regelung angewendet werden. Obwohl einige Theater wie die Hamburger Kammerspiele oder auch das Schmidt Theater schon auf 2G umgestellt haben, sind Theater und Konzerthäuser von der Pflicht befreit, die 2G-Regel einführen zu müssen. Sie dürfen weiterhin 3G-Veranstaltungen anbieten.

Enno Isermann: In Verzehr-Theatern gilt zukünftig 2G

Sogenannte Verzehr-Theater, also Kultureinrichtungen, wo, wie zum Beispiel im Schmidt Theater, am Platz gegessen und getrunken wird, müssen laut Enno Isermann, dem Sprecher der Hamburger Kulturbehörde, ab Sonnabend jedoch auf 2G umstellen: "2G ist nur da verpflichtend, wo auch konsumiert wird. Das gilt auch für Kinos, die Popcorn, Cola oder Bier zum am Platz konsumieren verkaufen", so der Sprecher der Kulturbehörde am Mittwoch im Gespräch mit NDR Kultur.

Diese Regelung gelte auch für Musicals. Falls nichts verzehrt werde, könnten die Einrichtungen auch weiter 3G anwenden. "Es ist aber so, dass schon heute die allermeisten Kultureinrichtungen freiwillig 2G machen", betont Isermann. "Und nach allem, was wir hören, werden dies noch mehr Betriebe umsetzen." Einige Lichtspielhäuser, wie etwa das Abaton Kino, setzen bereits seit Ende Oktober auf 2G.

Elbphilharmonie und Thalia Theater ziehen 2G-Modell vor

Die Hamburger Elbphilharmonie zieht das 2G-Modell um zehn Tage vor und startet damit schon an diesem Sonnabend. Auch das Thalia Theater kündigte an, die Umstellung auf 2G auf Sonnabend vorzuziehen. Eigentlich war das erst für den 11. Dezember geplant. Die Veranstalter in der Laeiszhalle könnten sich dagegen aussuchen, ob sie in 3G (ohne Pausengastronomie) oder in 2G (wie bisher mit Pausengastronomie) veranstalten wollen, hieß es. Beim 3G-Modell haben auch Getestete Zutritt.

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2G-Pflicht für Freizeitchöre und -orchester

Pflicht wird die 2G-Regelung hingegen ab Sonnabend für Freizeitchöre und -orchester: Sie dürfen sich nur noch unter 2G-Bedingungen treffen. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester rät sogar, zum Schutz auf die 2G-plus-Regel zu setzen. Das heißt: Musizierende sollten geimpft oder genesen sein sowie sich vor den Proben und Konzerten zusätzlich testen.

Bürgermeister Tschentscher: 2G soll digital kontrolliert werden

Die Einrichtungen, in denen das 2G-Modell gilt, sind verpflichtet, digitale Kontrollmöglichkeiten zu nutzen. Und sie sollten auch gut kontollieren, sagte am Dienstagabend Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD): "Jedes Restaurant, jede gastronomische Einrichtung soll schon beim Eintritt der Gäste fragen und nachweisen lassen, dass es den Geimpften- und Genesenstatus gibt", so Tschentscher. "Das wird auch kontrolliert und sanktioniert werden, wenn wir feststellen, dass das locker gehandhabt wird. Wir machen auch zur Vorschrift, dass die digitalen Impfzertifikate durch 2G-Einrichtungen digital kontrolliert werden, das geht durch eine kostenlos verfügbare App."

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NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 17.11.2021 | 08:15 Uhr