Stand: 22.01.2020 16:00 Uhr  - NDR 90,3

2020er-Jahre in Hamburg: Neue goldene Ära der Kultur?

von Daniel Kaiser

Wie golden werden die neuen 20er-Jahre für Hamburgs Kultur? Was wird aus der Elbphilharmonie, dem Gebäude des vergangenen Jahrzehnts? Wie bleibt das Haus zuverlässig ausverkauft? Wird das neue Hafenmuseum so etwas wie eine Museums-Elphi? Ein Bericht über Visionen und Strategien der Hamburger Kulturmacher.

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Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter sagt, auch Popmusik werde weiter im Konzerthaus Platz haben.

Freude! So begann vor drei Jahren die Erfolgsgeschichte der Elbphilharmonie. "Wir könnten Putzfrauen auf Kämmen blasen lassen, der Saal wäre ausverkauft", sagte Intendant Christoph Lieben-Seutter damals politisch nicht ganz korrekt zur Eröffnung. Gilt das heute immer noch? "Sagen wir so: Wir müssten mit den Reinigungskräften schon ein gutes Konzept erarbeiten, eine gute Komposition erarbeiten, dann würde das wahrscheinlich immer noch gehen", so der Intendant.

Publikumsgeschmack in Elphi soll größere Rolle spielen

Aber die Nachfrage nach Konzertkarten normalisiert sich. In den nächsten zehn Jahren kommen die Menschen nicht mehr automatisch, weil sie den Saal erleben wollen - egal zu welchem Konzert. Das Programm war bislang oft mutig und modern. "In der Gesamtmischung ist es so, dass wir in den ersten Jahren sicher einen extrem hohen Anteil an schwergängiger und komplexer Musik gemacht haben. Das wird sicher weiterhin ein wichtiges Element des Programms bleiben. Aber dieser Anteil wird nicht noch weiter herausgehoben werden in der Zukunft", sagt Lieben-Seutter. Der Publikumsgeschmack werde eine größere Rolle spielen. Auch Popmusik solle trotz mancher Akustikprobleme weiter ihren Platz haben. Das Leben in der Elbphilharmonie wird sich also normalisieren.

Museen Hamburgs stehen vor Umbrüchen

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Einblick ins Museum für Hamburgische Geschichte

Das Museum für Hamburgische Geschichte ist eines der größten stadtgeschichtlichen Museen in Deutschland. Direktor Hans-Jörg Czech erklärt, wie aus den mehr als 500.000 Exponaten Ausstellungen entstehen. Video (04:01 min)

Die Museumslandschaft steht dagegen vor riesigen Umbrüchen. Das Museum für Hamburgische Geschichte wird für 36 Millionen Euro komplett umgebaut. Hans-Jörg Czech, der Vorstand der Stiftung Historische Museen, hat folgendes Ziel: "Das Gebäude als Museum für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Das hat einerseits natürlich technische Komponenten. Vor allem soll die Gastronomie in Richtung Planten und Blomen verlegt werden", erzählt Czech.

MARKK: 20 Prozent weniger Besucher

Das ehemalige Völkerkundemuseum hat schon einen neuen Namen bekommen: MARKK - Museum am Rothenbaum. Das war erst der Anfang. Das Haus wird schon bald ein anderes sein. Das ist schon jetzt zu spüren: Die Zahl der Besucher ist zuletzt um 20 Prozent eingebrochen. Dafür kommen jetzt andere Menschen. Die Entwicklung gerade dieses Hauses wird in den 20ern noch richtig spannend.

Deutsches Hafenmuseum und Haus der Migration in Entstehung

Kultursenator Carsten Brosda hat noch ganz neue Museen auf seiner To-do-Liste: "Wir haben das Deutsche Hafenmuseum in der Entwicklung, in dem Globalisierung erfahrbar wird. Und wir haben die Möglichkeit, ein 'Haus der Migration' zu schaffen, wo wir noch einmal anders auf Vielfalt von Stadtkultur gucken können", so Brosda.

Elbphilharmonie © Daniel Reinhardt/dpa

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Hamburgs Kulturmacher blicken auf das neue Jahrzehnt: Welche Pläne und Visionen gibt es für Elbphilharmonie, Museen, Theater und Kinos?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal Spezial | 22.01.2020 | 20:00 Uhr

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