Ein geschmückter Weihnachtsbaum mit echten brennenden Kerzen. © Colourbox Foto: alho007

Corona-Krise: Heiligabend ganz anders verbringen

Sendedatum: 17.12.2020 07:50 Uhr

Corona-bedingt können Menschen Weihnachten mit Abstand in der Kirche oder doch lieber zu Hause verbringen.

von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

Mit einem Becher Kaffee in der Hand fällt mein Blick auf den Kalender: Heute ist der 17. Dezember. In einer Woche ist Heiligabend. Vieles in diesen Tagen davor wird nun noch einmal anders sein als noch vor wenigen Tagen gedacht. 

Gottesdienste in Radio und TV erleben

Ich denke heute an alle, die traurig sind, dass ihre Erwartungen enttäuscht werden. Und ich denke an die, die sich gedanklich geradezu im Kreis drehen: die einerseits Gemeinschaft und Kontakt suchen und andererseits weitere Infektionen verhindern wollen. Auch die Kirchengemeinden haben genau darüber nachgedacht. Und so viele gutes für den Heiligen Abend geplant: sehr viele kurze Andachten und Gottesdienste draußen, vor der Kirchentür, auf dem Marktplatz oder dem Sportgelände. Weihnachtswege, auf denen man den Weg zum Christuskind in Stationen nachgehen kann. Gottesdienste werden am Heiligen Abend in Radio und Fernsehen, im Livestream im Internet gesendet oder stehen abrufbereit im Internet. In den großen Kirchen gibt es kurze Gottesdienste mit vorher zu buchenden Plätzen, damit die Teilnehmerzahl sehr deutlich geringer ist als sonst an Weihnachten. Und alles unter strikter Einhaltung der Hygieneregeln, mit Maske und Abstandsgebot, drinnen wie draußen. Im Schweriner Dom bereiten wir einen Gottesdienst vor, der als Film über YouTube zu sehen sein wird.

Trost und Stärkung in Corona-Zeiten

Die Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt © Marcelo Hernandez / Nordkirche
Wichtig ist, Weihnachten verantwortungsvoll und sicher zu verbringen, sagt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

Ich bin allen von Herzen dankbar, die sich in diesem Jahr am Heiligen Abend so verantwortlich engagieren und mitarbeiten. Denn den Frieden der Weihnacht sollen alle so erleben können, wie es für sie gut und verantwortlich ist. Wer lieber zu Hause bleibt, soll das tun können und dennoch Gottesdienste und Segensworte empfangen. Als Trost und Stärkung in schwerer Zeit. Und wer mit Abstand Gemeinschaft erleben, die Weihnachtsbotschaft zusammen mit anderen hören und sehen will, soll auch dazu die Möglichkeit haben. Verantwortungsvoll und sicher.

Liebe und Barmherzigkeit an Weihnachten

Gerade jetzt brauchen wir die Heilsbotschaft, die heilende Botschaft des Heiligen Abends: Gott gibt uns Menschen und diese Welt nicht verloren. Sondern kommt als ein Kind in unsere zerbrechliche, gefährdete Welt - und legt uns seine Liebe zu Füßen. Zum Zeichen dafür: Es gibt Liebe, mehr als wir ahnen. Es gibt Barmherzigkeit, mehr als wir sehen. Und es gibt Wege zum Frieden, mehr als wir denken. All das, was wir gerade jetzt so dringend brauchen. Ich finde, das sind wahrhaft himmlische Aussichten für dieses so andere Weihnachten. 

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Die Morgenandacht | 17.12.2020 | 07:50 Uhr

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