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Ich würde gerne wissen: Was bedeutet eigentlich das Wort "Konfirmation"? Wo genau kommt es her?

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Eine Bibel liegt auf dem Bein eines Konfirmanden.

Das Wort "Konfirmation" kommt von dem lateinischen Wort "confirmatio". Und das bedeutet so viele wie "Bestätigung oder Befestigung". Und darin steckt das kleine Wort "firm". Das sagen wir ja manchmal, einer ist firm, der kennt sich aus, der weiß Bescheid.

Genau darum geht es bei der Kon"firm"ation. Denn viele Konfirmanden wurden ja als Babies getauft - ohne Wissen, ohne sicher oder "firm" in ihrem Glauben zu sein. Im Konfirmandenunterricht lernen sie ihren Glauben kennen. In der Regel zwei Jahre reden sie über Geschichten aus der Bibel, diskutieren über den Glauben. Und sie lernen die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und natürlich das Vaterunser.

Die Konfirmation ist dann - ganz im Sinne des Wortes "confirmatio" eine "Bestätigung". Das heißt - die Konfirmanden bestätigen das, was früher ihre Eltern oder Paten entschieden haben. Sie sagen Ja zu ihrer Taufe.

Und wenn sie dann im Gottesdienst eingesegnet werden, ist es sogar amtlich: Sie dürfen Pate werden, am Abendmahl teilnehmen und später in der Kirche wählen und gewählt werden. Meist sind Jugendliche bei der Konfirmation 14 Jahre alt, denn mit Vollendung des 14 Lebensjahrs sind sie religionsmündig. Sie können dann selbst über ihre Religionszugehörigkeit entscheiden.

Eine "Konfirmation" ist aber mehr als ein Rechtsstatus. Es ist eine innere Sicherheit. Stellen sie sich ein Seil vor, das durch unser ganzes Leben führt. Schon bei der Taufe wird dieses Rettungsseil gespannt, in der Konfirmation ertasten und ergreifen wir es neu. Das Seil brauchen wir vielleicht manche Jahre nicht, aber es ist da. Es spannt sich bis ins hohe Alter und gibt uns Sicherheit, wenn uns vieles andere aus den Händen gleitet.

Und mir fallen dazu viele Menschen ein. Die Jugendliche, die einige Jahre nach der Konfirmation ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Das schöne Konfirmationskreuz, das musste mit. Oder der alte Mann auf dem Sterbebett. Als ich mit ihm Psalm 23 spreche, bewegen sich seine Lippen. Er kennt jedes Wort - auch wenn er so viel anderes vergessen hat.

Und kennen Sie noch Ihren Konfirmationsspruch? Erinnern sie sich an Ihre Konfirmation? Haben Sie noch Fotos? Meist verbinden sich schöne Erinnerungen mit der Konfirmation. Genau das wünsche ich auch den Jugendlichen, die konfirmiert werden: Dass sie einen schönen, unvergesslichen Tag haben. Viele können dazu beitragen. Vielleicht schreiben Sie ja eine Karte und gratulieren dem Konfirmanden in der Nachbarschaft?

Autor: Jan von Lingen

Aus: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

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