Sendedatum: 25.11.2019 09:40 Uhr

"Nicht mehr das Alte und noch nicht das Neue"

von Corinna Peters-Leimbach
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Mit dem Ewigkeitssontag endet das Kirchenjahr. Das neue beginnt, eine Woche später, am 1. Advent.

Gestern war Ewigkeitssonntag. In Kirchen und auf den Friedhöfen wurde der Verstorbenen gedacht und Kerzen für sie angezündet. Dieser Ewigkeitssonntag oder auch Totensonntag hat aber noch eine andere Besonderheit. Er bedeutet im kirchlichen Kalender das Jahresende. Das christliche Silvester, wenn Sie so wollen. Am kommenden Sonntag fängt dann mit der ersten Kerze auf dem Adventskranz das neue Kirchenjahr an. Aber was ist dann das jetzt, diese Tage, diese Woche? Es ist eine Zeit zwischen "nicht mehr" das Alte und "noch nicht" das Neue. Eine Zwischenzeit eben.

Zwischen Angst und Vorfreude

Die gibt es auch sonst im Leben immer einmal wieder. Jugendliche erleben das manchmal so. Sie sind nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsene. Oder gesundheitlich: Manchmal fühlt man sich nicht mehr richtig krank, aber auch noch nicht richtig gesund. Oder: Manchmal ist die alte Wohnung schon gekündigt, die neue aber noch nicht bezogen.

Anstrengend finde ich solche Zwischenzeiten. Manchmal machen sie mir Angst. Manchmal empfinde ich Vorfreude. Was mich in diesen Zeiten trägt ist die Zusage Jesu: "Ich bin bei euch alle Tage." Unabhängig davon, wie es mir geht, wo ich gerade in meinem Leben stehe, ist er an meiner Seite. In allem "nicht mehr" und "noch nicht" sagt er: "Ich bin da. Jetzt. Da wo du gerade bist - mit deinen Gedanken und Gefühlen, mit deinem Körper und Geist. Ich lasse dich nicht allein." Und so vertraue ich darauf, dass auch diese Zwischenzeiten gelingen, mit Gott an meiner Seite.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 25.11.2019 | 09:40 Uhr

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