Stand: 18.09.2020 10:38 Uhr

Die Neugier der Kinder verändert unsere Welt

von Landesbischof Ralf Meister
Ralf Meister, Landesbischof von Hannover © EVLKA/Heiko Preller Foto: Heiko Preller
Wir schwanken in diesen Tagen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, sagt Landesbischof Ralf Meister.

"Die Welt gehört in Kinderhände": Herbert Grönemeyer vor 35 Jahren. Jesus würde das unterschreiben. Als ihn einmal viele Menschen umdrängen, drückten sie die Kinder an den Rand, in die letzte Reihe. Da ist Jesus sauer geworden. Die Kinder durften direkt zu ihm kommen. Und er machte sie zum Maßstab: Die Welt, die kommt, ist eine Welt, in die wir mit beinahe kindlicher Hoffnung hineingehen müssen. Aktiv, mutig, zuversichtlich, drängend.

Kinder geraten in Armut

Kinder an den Rand gedrängt: Ja, das geschieht immer wieder. Jugendämter mussten im vergangenen Jahr fast 50.000 Kinder in Obhut nehmen. Man schätzt, dass 150 Millionen Kinder weltweit durch die Corona-Pandemie in Armut geraten sind. Am Maschsee, gleich vor dem NDR-Landesfunkhaus in Hannover, hätte es heute – wie in jedem Jahr – ein buntes Fest mit vielen Kindern geben sollen. Es fällt aus, wie so vieles in diesen Corona-Zeiten. Corona hat nicht nur alte Menschen, sondern besonders auch Kinder und Jugendliche aus ihrer Welt gerissen.

"Nehmen wir ihre Ungeduld ernst!"

Wo wächst Zuversicht? Aus den Kindern selbst! Ihre drängende Neugier, ihre Ungeduld und ihre Sorge um die Zukunft ihres Lebens verändern unsere Welt. Wir haben es gesehen: die jungen Klimakämpfer von Fridays for Future. Sie haben viel in Bewegung gebracht, was wir Erwachsenen lange versäumt haben. Sollte es uns gelingen, den Klimawandel in erträgliche Bahnen zu lenken, dann wäre es das Verdienst der Kinder und Jugendlichen.

Heute ist Weltkindertag. Holen wir sie in die Mitte. Nehmen wir ihre Ungeduld ernst. Sie sind unsere Zukunft und die Zukunft einer Welt, in der zu leben sich lohnt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 20.09.2020 | 12:40 Uhr

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