Heiner Wilmer, katholischer Bischof von Hildesheim © Hanuschke/bph

Was trägt Menschen, wenn's eng wird

Sendedatum: 05.10.2020 18:15 Uhr

Krisen und Umbrüche bringen Menschen ins Wanken. Wie kommen sie wieder raus, was gibt wieder Stärke? Der Hildesheimer Bischof ist überzeugt, Hoffnung hilft - denn "ohne Hoffnung sterben wir".

von Andreas Brauns

In den vergangenen Wochen hat der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer in Gesprächen immer wieder gehört: "Was trägt, wenn's eng wird? Und was trägt mich und uns dann, wenn wir das Empfinden haben, wir fallen?" Der Kirchenmann antwortet dann: "Wir brauchen Hoffnung, ohne Hoffnung sterben wir. Jeder von uns braucht die Gewissheit, dass am Ende des dunklen Tunnels ein Licht gibt."                           

Menschen die hoffen, wachsen über sich hinaus

Für Bischof Wilmer hat jeder Mensch ein Recht auf diese Hoffnung. Das klingt harmlos. Doch wer hofft, ist unbequem, manchmal auch gefährlich. Wer hoffe, ist deshalb gefährlich, weil der Mensch, der hoffe, nicht bange ist. Wer Hoffnung habe, lasse sich von der Angst nicht klein machen.                                                                    

Und leistet Widerstand. Leiht mundtot Gemachten seine Stimme. Wer hofft, wächst über sich hinaus. Bischof Wilmer meint, derjenige müsse damit rechnen, dass er selbst dabei geschlagen werde, vielleicht dabei sogar umkomme. Aber ein tief hoffender Mensch setze sich ein für Menschen und werde damit allen Systemen und Diktaturen gegenüber sehr gefährlich.

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N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 05.10.2020 | 18:15 Uhr

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