Das Bild zeigt einen Wald mit vielen Bäumen, die dicht nebeneinander stehen, von oben. © Photocase.de / georghundt Foto: georghundt

"Nichts ist heiliger als ein schöner, starker Baum"

Sendedatum: 26.02.2021 10:40 Uhr

Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie seit 1984 nicht. Darüber berichtet der aktuelle Waldzustandsbericht. Ursachen sind die Dürre der vergangenen Jahre, Stürme und Schädlinge.

von Julia Heyde de López

"In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen … Nichts ist heiliger, nichts ist vorbildlicher als ein schöner, starker Baum", sagte Hermann Hesse. Doch schön und stark sind in den deutschen Wäldern nur noch 21 Prozent der Bäume. Den anderen geht es schlecht. Dürre, starke Stürme und Borkenkäfer setzen ihnen zu, so der aktuelle Waldzustandsbericht, der diese Woche vorgestellt wurde.

Doch Bäume sind zurückhaltend. Sie beschweren sich nicht darüber, wie schlecht es ihnen geht, jedenfalls nicht lautstark. Dabei könnte man sie eigentlich zu den wichtigsten "Influencern" in unserem Leben zählen. Sie wirken auf uns. Auf die Gesundheit. Ein Waldspaziergang beruhigt die Nerven, stärkt Selbstheilungskräfte. Seit einigen Jahren nennt man das auch bei uns "Waldbaden", wenn wir eintauchen in ein Meer aus Bäumen.

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Mensch und Wald brauchen sich gegenseitig

Auch die Kunst und Literatur haben Bäume schon immer inspiriert: Hermann Hesse hatte ich schon erwähnt. Und was wären Sagen und Märchen ohne den Wald? Ich sag nur: Rotkäppchen. Robin Hood. Was die Religionen betrifft, sind Bäume häufig verknüpft mit Schutz und Erleuchtung. In der keltischen Spiritualität war der Wald heilig. Die Bibel erzählt von Eichen, Akazien, Oliven- und Apfelbäumen.

"In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen …" Wenn wir wollen, dass das so bleibt, sollten wir den Bäumen wirklich mehr Respekt zollen. Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht jetzt uns.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 26.02.2021 | 10:40 Uhr

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