Grabsteine im Nebel © Pixabay Foto: Neil Chapell

Volkstrauertag - Ein Zeichen für Frieden setzen

Stand: 11.11.2021 10:45 Uhr

Der Volkstrauertag gehört zu den "stillen Feiertagen". Seit 1922 erinnert er an die Opfer von Kriegen und Gewalt - mit Kranzniederlegungen an Orten des Gedenkens.

von Landesbischof Ralf Meister

Es war die Zeit der Nachrüstungsdebatte, Anfang der 80er. Am Volkstrauertag fand sich ein kleiner Kreis von christlichen Pfadfindern, ältere Jugendliche, zusammen, um an der traditionellen Zeremonie nach dem Gottesdienst teilzunehmen. Hinter den Soldaten, die vor uns schritten, zogen wir hinaus zum "Kriegerdenkmal" - so nannte man das damals noch - auf den Kirchhof. Dann kam das festliche Ablegen der Kränze unter den Tönen: "Ich hatt" einen Kameraden …" Auch wir Pfadfinder legten einen Kranz nieder, mit einer Schleife auf der stand: Frieden schaffen ohne Waffen.

Rückblick auf das Grauen zweier Weltkriege

Es war das kleine Zeichen, dass Frieden nicht mit mehr, sondern mit weniger Waffen gelingen muss. Mit Erschrecken und Trauer blicken wir zurück auf das Grauen zweier Weltkriege. Millionen Menschen sind getötet worden, Millionen Menschen an Leib und Seele verwundet. Neben dem Entsetzen über die ebenso wahnsinnige wie gottlose Ideologie steht unsere persönliche Trauer um die Menschen, die diesen Kriegen zum Opfer fielen. 

An Denkmälern Zeichen für Frieden setzen

Ralf Meister, Landesbischof von Hannover © Landeskirche Hannover / Heiko Preller Foto: Heiko Preller
Frieden zu erhalten, bleibt eine politische und persönliche Aufgabe, meint Landesbischof Ralf Meister.

Einmal im Jahr gehen wir in unseren Dörfern und Städten gemeinsam an die Denk-mäler. Wenn wir dort Kränze niederlegen, dann sind unsere Gedanken nicht nur bei den Verstorbenen, sondern bei allen Menschen, die durch Gewalt und Terror star-ben. Wir denken an ihre Träume und ihre Hoffnungen, ihre Irrtümer, ihre Schuld. Die-ser Tag ist eine bleibende Mahnung zum Frieden. Kriege sind nicht Vergangenheit und deren Ideologien nicht von gestern. An den Denkmälern schulen wir gemeinsam unser Gewissen. Wir lernen Zeichen zu setzen und den Frieden als hohes Gut zu achten. Frieden bleibt die tägliche Aufgabe, politisch und persönlich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 14.11.2021 | 12:40 Uhr

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