Eine Frau schaut durch ein nasses Fenster. © YesPhotographers / photocase.de Foto: YesPhotographers

"Superhelden fliegen vor" begleitet sterbende Jugendliche

Stand: 10.11.2020 11:30 Uhr

"Superhelden fliegen vor" heißt eine neue Initiative von Dada Peng. Der Autor ist viele Jahre in der Hospizbewegung aktiv - und engagiert er sich für junge Sterbende und ihre Freunde.

von Julia Heyde de López

Das Bild der Superhelden sei so entstanden, dass er sich überlegt habe, dass das Leben für ihn eigentlich nicht wie Anfang und Ende sei, sondern wie Anfang und Ziel. Dass alle quasi wie auf einem zehn Kilometer-Marathon unterwegs seien, das heißt alle laufen die gleiche Strecke, bräuchten halt nur unterschiedlich lange dafür. Und das bedeute dann auch, dass diejenigen, die früh sterben würden, dann die Schnellsten sein würden. Und deswegen seien das für ihn dann halt Superhelden, die mutig und stark seien und die dann im optimalsten Fall im Ziel warten würden.

Begleitangebot auf junge Erwachsene ausrichten

Dada Peng © Dada Peng
Für sein Engagement wurde Dada Peng beriets 2014 mit dem Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands ausgezeichnet.

Die deutschlandweite Initiative setzt sich dafür ein, dass junge Sterbende so lange wie möglich ihren normalen Alltag weiterleben können. Dazu gehören dann eben auch WLAN, Playstation und altersgemäße Musikangebote, was in Hospizen oder Palliativstationen bisher noch selten zu finden ist, führt Dada Peng aus. Außerdem wünscht er sich ein speziell auf junge Erwachsene ausgerichtetes Begleitangebot, das über eine seelsorgerliche Unterstützung hinausgeht.

Da gehöre dann halt auch zu, dass man sich beispielsweise mit Instagram auskenne und weiß, wie man einen Blog schreibe. Dazu gehöre auch, dass der Sterbende ein Video für seine Hinterbliebenen aufnehmen könne und der Sterbebegleiter ihn dabei auch unterstützen könne. Dass der einfach sage, ja klar, kein Problem, er komme mit dem Handy vorbei und dann würden sie das machen.

Über Tod und Sterben in der Gesellschaft sprechen

Dada Peng hat sich immer wieder intensiv mit jungen Menschen ausgetauscht, die wussten, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Und er versteht, wie schwer es ist, die Themen Tod und Sterben an sich ranzulassen und darüber zu reden: Das Problem in der Kommunikation mit Sterbenden und mit Trauernden sei einfach, dass jeder Angst habe, etwas falsch zu machen. "Und das liege natürlich da dran, dass wir das Thema in der Öffentlichkeit oder bei uns am Kaffeetisch oder in der Schule möglichst immer versuchen zu vermeiden. Deswegen versuche ich es halt in die Mitte der Gesellschaft zu bringen."

Und zwar mit Musik, mit Büchern, einem umfangreichen Online-Angebot und in den sozialen Medien. Zur Unterstützung von sterbenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Superhelden. Mutig und stark.

Steg am See im Sonnenuntergang. © Jenny Sturm/fotolia Foto: Jenny Sturm

AUDIO: Moment mal: Dada Peng (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 08.11.2020 | 18:15 Uhr

Info

Die Evangelische und Katholische "Kirche im NDR" ist verantwortlich für dieses Onlineangebot und für die kirchlichen Beiträge auf allen Wellen des NDR.