Sendedatum: 26.08.2018 09:15 Uhr

Laufen für die Seele

von Susanne Richter

Früher bin ich fast jeden Tag joggen gewesen. Und im Alltag hab ich mir auch immer mal Pausen für stille Zeiten genommen. Zurzeit kommt beides zu kurz. Schade finde ich. Ich habe mich darum mit Frank Hofmann an der Elbe in Hamburg verabredet. Frank Hofmann ist Chefredakteur vom Verein "Andere Zeiten" und er praktiziert "spirituelles Laufen". Da gehe es nicht um Leistungssport, sagt der Marathonläufer, sondern um eine Besinnung auf das, was noch in uns an Kräften sei, was uns mit der Natur verbinde und vielleicht auch mit dem großen Sinn vom Ganzen.

Radiopastorin Susanne Richter und Frank Hofmann laufen über Sand. © Kirche im NDR

Spirituelles Laufen mit Frank Hofmann

NDR 2 - Moment mal -

Beim spirituellen Laufen gehe es nicht um Leistungssport, sondern um innere Ruhe, sagt Frank Hofmann. Für den Chefredakteur von "Andere Zeiten" ist Joggen eine gute Frömmigkeitspraxis.

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Alternative zum Gottesdienst

"Spiritualität hat viel mit dem Körper zu tun, beides hängt zusammen", sagt Hofmann. Wer aus dem Grübeln nicht herauskomme und keine innere Ruhe für Meditation habe, für den sei vielleicht das spirituelle Laufen etwas. Er selbst hat erst spät zum Glauben gefunden, weil ihm eine Frömmigkeitspraxis fehlt. "Gottesdienst und so weiter ging an mir komplett vorbei", so Hofmann. Dann habe er entdeckt, dass das Laufen die Frömmigkeitspraxis sei, die zu mir passe. In der er seine eigene Zeit habe - täglich eine Stunde.

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Frank Hofmann vom Verein "Andere Zeiten" aus Hamburg findet beim Joggen zu Gott.

Inzwischen nimmt sich Frank Hofmann das Vaterunser oder andere Glaubenssätze als Gebet mit auf seine Strecken an der Elbe. Er durchläuft sie sozusagen. Ein großer Gewinn, findet er. Es sei nicht nur diese Selbstkonzentration, das könne jeder Läufer nachvollziehen, dass man da ganz eins mit sich sei, sondern das Aufgehen in einem Höheren.

Erst Laufen, dann Beten

Mir empfiehlt Frank Hofmann, beim Laufen ganz langsam wieder einzusteigen. Die meisten denken, Laufen sei eine Sache der Geschwindigkeit, und das stimme gar nicht, erklärt Hofmann. "Du kannst hinter jeder Oma mit Rollator herlaufen, ohne sie zu überholen. Es ist mehr eine Technik, dass man immer ein Bein in der Luft hat. Und dann auch immer eine Minute Pause macht." Natürlich komme ich trotzdem aus dem Takt. Vor allen Dingen schaffe ich es nicht, gleichzeitig an meinen Vers zu denken. "Das braucht Zeit", ermutigt Hofmann. Man müsse erstmal das Laufen lernen und dann kommt das Spirituelle hinzu.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 26.08.2018 | 09:15 Uhr