An der alten Feldsteinkirche trohnt ein Storch auf seinem Nest direkt neben dem Kirchturm. © NDR/Danfoto Foto: Daniel Friederichs

Simon Petrus entkommt seiner Schuld nicht

Stand: 14.04.2021 13:55 Uhr

Wenn die Sonne scheint, leuchtet der Hahn auf der Kirchturmspitze. Er bewegt sich mit dem Wind. Wie Simon Petrus in seiner dunkelsten Stunde.

von Susanne Bostelmann

Wetterhahn bei Sonnenaufgang
Foto: Horst Laatz von der Insel Poel © NDR Foto: Horst Laatz von der Insel Poel
Der Wetterhahn auf einem Kirchturm erinnert an den Jünger Simon Petrus.

Simon war einer der Freunde von Jesus. Er bekommt den Beinamen Petrus, das bedeutet Fels. So stark und standhaft soll er sein.

Gut reden kann Simon Petrus, obwohl er ein einfacher Fischer aus der Provinz ist. Er übernimmt oft die Führung unter Jesu Leuten. Petrus erlebt die Erfolge von Jesus mit. Einmal sieht er Jesus in strahlendes Licht getaucht. Ein Moment der Klarheit: Jesus ist Gottes Sohn! Dieses Licht will er festhalten. Petrus schwört ewige Freundschaft. Aber Jesus sagt, warte ab, was die Nacht bringt.

Schwäche - und trotzdem eine neue Chance

Und tatsächlich, als es ernst wird, wird Petrus schwach. Als Jesus verhaftet wird, fragen die Leute Simon Petrus, ob er nicht auch zu diesem Jesus gehöre. Die Angst um sein Leben ist stärker als seine Loyalität: "Ich kenne keinen Jesus", sagt er. Als der Morgen anbricht und der Hahn kräht, dämmert ihm seine Schwachheit. Er läuft davon. Aber seiner Schuld entkommt er so nicht.

Golden leuchtet der Hahn auf dem Kirchturm. Er erinnert mich daran, wie Petrus bin ich eher mutig, wenn es einfach ist. Bei Gegenwind werde ich schwach. Schwanke, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. Aber Petrus kriegt eine neue Chance. Ich auch. Wieder und wieder reicht Jesus mir die Hand. Darum leuchtet der Wetterhahn golden in der Sonne.

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | Moment mal | 14.04.2021 | 18:12 Uhr

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