Sendedatum: 12.07.2019 19:05 Uhr

Eine Maschine kann Menschen nicht ersetzen

von Pastor Matthias Viertel
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Billiger als menschliche Arbeitskräfte: Pflege-Roboter.

Es gibt tatsächlich Roboter, die zur Pflege alter Menschen eingesetzt werden. Sie können tanzen und singen. Manche sollen sogar in der Lage sein, Gefühle zu erkennen. In der Betreuung pflegebedürftiger Menschen zeigen die Roboter einige Vorteile: Sie haben unendlich viel Zeit, werden niemals ungeduldig. Vor allem aber sind sie billiger als menschliche Arbeitskräfte.

Auch Roboter entwickeln sich weiter

Bisher waren Roboter noch Zukunftsvision, aber in dieser Woche hat der Caritas-Verband in Krefeld eine Initiative gestartet, die auch Roboter in der Pflege alter Menschen akzeptabel machen soll. Unter dem Slogan "sozial braucht digital" soll bundesweit der Wandel für die sozialen Berufe eingeleitet werden. Hans Georg Liegener vom Caritas Verband zeigt sich optimistisch: Der Roboter in der Pflege "kann anfangs vielleicht nur Getränke in Gläser einschütten", sagte der Vorstands-Chef, "doch er wird sich weiterentwickeln."

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Maschinen fehlt das Einfühlsame

Der Begriff Caritas bedeutet übersetzt Nächstenliebe oder Mildtätigkeit. Vorbild ist dabei der Umgang Jesu mit Kranken. Die Evangelien berichten von solchen Begegnungen, und ein Muster kehrt dabei immer wieder. Jesus wendet sich der Hilfesuchenden Person zu, sie schauen sich in die Augen, er spricht mit ihr, schließlich berührt er sie. Diese sinnlichen Erfahrungen wirken beruhigend, aufmunternd, manchmal haben sie heilende Wirkung.

Der Slogan "sozial braucht digital" passt nicht dazu. Er steht eher für die Optimierung der Arbeitsabläufe und soll Geld einsparen. Im Sinne der Caritas handele ich aber dann, wenn ich mich um alte Menschen kümmere; mir Zeit nehme, um mit Einsamen zu reden, den Kranken die Hand halte. Eine Maschine wird das niemals liefern können. Wir sollten das nicht schönreden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 12.07.2019 | 19:05 Uhr