Stand: 28.05.2020 16:56 Uhr

Hilfe in der Not

von Michael Thiel
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Ein Seenotrettungskreuzer auf dem Meer.

In früheren Jahren haben viele Familien bei uns im Norden Angehörige in den Sturmfluten auf den Meeren verloren. Das geschieht heute zum Glück selten, denn es gibt seit 1865 die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Menschen dürfen nicht ertrinken, das hat zur Gründung der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger geführt. Seitdem konnten mehr als 81.000 Menschen aus Seenot geborgen oder aus drohenden Gefahren befreit werden.

Trotzdem zeigen die Nachrichten manchmal an den Küsten des Mittelmeeres ange-spülte Leichen von Kindern und Erwachsenen. Immer wieder, schon seit einigen Jahren. Sie haben uns anfangs erschüttert, wir haben uns dagegen aufgelehnt, aber es gibt sie immer noch.

Menschen dürfen nicht ertrinken.

Das Schiff Seawatch 4 wurde durch eine breite Initiative der Kirchen und anderer möglich. Viele haben sich dafür engagiert. Niemand darf ertrinken. Die Diskussion über diese Initiative hat aber auch Menschen zum Austritt aus der Kirche veranlasst. Manche verstehen solch ein Schiff als Einladung an Migranten sich auf den gefährlichen Seeweg zu begeben.

Keine einfache Diskussion. In einem bin ich mir aber sicher: Die Nächstenliebe fragt nicht zuerst nach der Ursache und nach vermeintlicher Schuld. Sie hört einen Hilferuf, lässt alles stehen und liegen und ist zur Stelle bei den Menschen in Not.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 29.05.2020 | 18:15 Uhr

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