Stand: 01.12.2019 07:45 Uhr

Kolumne: "Ruckzuck in den Advent"

von Christine Oberlin
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Rund um Advent und Weihnachten bringen Christrosen Glanz in die Gärten.

Vorigen Sonntag am Familiengrab: Ich stelle eine Schale mit Christrosen hin. Christrosen mag ich gern- diese kleinen weißen Blüten mit stabilen Blättern und Stängeln und das Ganze blüht mitten in der Kälte und sogar im Schnee- klein und doch nicht zu übersehen. So klare Farben und eine unverwüstliche Schönheit. Ich nehme noch das Schild mit den Pflegehinweisen hoch. "Helleborus niger", steht darauf, "schwarze Nieswurz, aus der Familie der Ranunkeln". Naja, klingt nicht halb so aufregend wie diese Blume schön ist.

Ich habe ihr Bild noch vor Augen, wenn ich in diesen Tagen vieles für den Advent vorbereite. Doch so schnell kann ich nicht umschalten, merke ich. Es ist, als ob die Seele noch etwas Zeit braucht.

Musik hilft, in den Advent zu kommen

Advent heißt Ankunft - und das hat mit Erwartung zu tun. Mit warten und vielleicht auch abwarten? Die Musik hilft mir auf die Sprünge. Alte Adventslieder erreichen meine Ohren und berühren mein Herz. Sie klingen so anders als andere Lieder, weder Dur noch Moll; in Kirchentonarten ertönen sie mit ihren Halbtonschritten, die anders sitzen als in den gewohnten Klängen. Wie aus einer anderen Welt klingen sie - und sind doch vertraut.

Andere Schritte, anders Atmen, neue Töne wahrnehmen, jetzt bekomme ich Lust auf den Advent. Schon ahne ich in den Liedern etwas von den hellen Trompetentönen und den vollen, warmen Paukenschlägen der Bach'schen Weihnachtsmusik.

Advent als Zeit der Hoffnung

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Der Advent ist auch eine Zeit der Suche und des Zweifels meint Pastorin Christine Oberlin.

Advent heißt: Der ganz Andere kommt auf uns zu und wird Mensch. Da lohnt sich das Warten und Suchen und manchmal auch Zweifeln. "Ach mache du mich Arme/n zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit", heißt es in einem Adventslied.

Und ich denke an unsere Christrose, die um Weihnachten herum in voller Blüte stehen wird. Ein Zeichen der Hoffnung - wie das Jesuskind, dessen Geburt wir bald feiern.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 01.12.2019 | 07:45 Uhr

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr