Stand: 13.02.2019 10:30 Uhr

Kolumne: Liebe braucht Arbeit

von Oliver Vorwald
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Kinder wollen, dass es den Eltern gut geht, sagt Pastor Oliver Vorwald.

Ihre Augen sprühen. Und neben den Mundwinkeln zeichnen sich zarte Grübchen ab. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass meine elfjährige Tochter etwas vorhat. Sie legt den Kopf schräg und knipst ihr 1.000-Volt-Lächeln an. "Denk' dran, Papa. Donnerstag ist Valentinstag. Du brauchst noch ein Geschenk. Hast du schon eine Idee?" Ohne eine Antwort abzuwarten, entschwindet sie ins Arbeitszimmer meiner Frau. Postillon d'amour.

Die Liebe feiern mit kleinen Gesten

Kinder sind eine Macht. Sie beobachten uns ganz genau. Sie wollen, dass es Mama und Papa gut geht. Dass beide ihre Liebe zueinander pflegen. Selbstlos und eigennützlich zugleich. Davon haben nämlich alle etwas in der Familie. Und ja, auch wenn es jetzt etwas blumig wird, der Valentinstag ist dafür eine gute Gelegenheit. Valentin soll während des 3. Jahrhunderts Bischof im italienischen Terni gewesen sein. Dort traute er damals Paare nach christlichem Ritus, obwohl das streng verboten war. Außerdem verschenkte der Gottesmann immer wieder Blumen an Liebende. So die Legende. Warum? Vermutlich, um die Menschen an eines zu erinnern: Liebe fällt wohl vom Himmel, aber sie braucht eben auch Arbeit. Liebe will gepflegt und gefeiert werden, mit kleinen, zärtlichen Gesten. Es kommt also keinesfalls auf ein besonders üppiges Präsent oder Bouquet an, wie laut einer aktuellen Forsa-Umfrage immer noch viele Männer glauben. Eine Rose kann mehr als tausend Worte sagen.

Ein Jahr voller Valentinstage

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Liebe fällt wohl vom Himmel, aber sie braucht eben auch Arbeit.

Soweit so gut. Meinen detaillierten Valentins-Plan werde ich hier natürlich nicht verraten. Denn Liebe lebt auch von Heimlichkeiten. Nur so viel: Ich lasse mich zudem von einem Tipp unserer großen Tochter leiten. Die ist ein selbstbewusstes Mädchen - kurz vor der Konfirmation. Neulich sagt sie doch zu meiner Frau und mir: "Ihr beiden macht viel zu selten etwas alleine. Ihr müsst euch auch 'mal Zeit für einander nehmen."

Deshalb widme ich mit der Kolumne für diese Woche meinen beiden Töchtern ein Herz der Liebe: Denn sie sorgen dafür, dass Valentins Gedanken das ganze Jahr über präsent bleiben (mehr Zeit füreinander, unverhofft eine Rose, mal wieder ins Theater).

Weitere Informationen

Das Kirchenlexikon - Valentinstag

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