Stand: 26.03.2020 08:25 Uhr

Kolumne: "Hilfe in Zeiten von Corona"

von Marco Voigt
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Pastor Marco Voigt freut sich in der Coronazeit über kreative Hilfsangebote.

Mittlerweile haben wir uns eingerichtet, haben uns arrangiert mit Corona. Wer nicht unbedingt raus muss, bleibt zu Hause. Wer keinen sogenannten "systemrelevanten" Beruf hat, arbeitet im Homeoffice. Die Versorgung ist sicher; zu hamstern braucht also keiner.

Und wenn es nach meinen Kindern ginge, könnten die "Corona-Ferien" ruhig noch etwas länger gehen. Jeden Tag kommt die "Sendung mit der Maus" im Fernsehen, und im Internet lesen die Lieblingsautoren der Kinder gerade aus ihren Büchern vor. Davor und danach bleibt bei herrlichem Wetter genug Zeit zum Spielen, sodass sogar die Hausaufgaben zwischendurch gern erledigt werden.

Not macht erfinderisch und kreativ

Doch vielen Menschen fällt es von Tag zu Tag schwerer allein zu sein. Das "Kontaktverbot", das die Ausbreitung des Virus verhindern soll, macht einem zu schaffen. Nicht mehr unter Menschen gehen zu dürfen, ob ins Theater, zum Seniorennachmittag oder in den Gottesdienst, das fällt schwer. Und so ein Tag ganz allein kann lang werden.

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In Hamburg steht die Nachbarschaft auf den Balkonen und macht gemeinsam Sport.

Doch "Not macht erfinderisch", heißt es ja. Und Gott sei Dank gibt es im ganzen Land viele Menschen, die die Corona-Not sehr erfinderisch gemacht hat und die auf Super-Ideen gekommen sind: Vielerorts übernehmen Jugendliche die Einkäufe für ältere Menschen, die besonders gefährdet sind, Künstlerinnen und Künstler geben Hauskonzerte und übertragen diese kostenlos im Internet, Trompetenbläser spielen allabendlich Lieder von Balkonen und Kirchtürmen, die Nordkirche schaltet ein Sorgentelefon, Menschen beten überall um 18.00 Uhr gemeinsam das Vaterunser und Kirchengemeinden feiern ihre Gottesdienste online.

Im Geiste zusammenrücken

Lassen Sie uns all diese guten Angebote auch nutzen! Wenn wir körperlich voneinander Abstand halten sollen, dann rücken wir eben im Geist enger zusammen! Gemeinsam und mit Gottes Hilfe überstehen wir diese Zeit. „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ sagt Gott, und ich glaube, wir können diese Zeit gut überstehen, wenn wir Gottes Kraft in uns schwachen Menschen mächtig werden lassen. Dafür ein Kreuz des Glaubens.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 29.03.2020 | 07:30 Uhr

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr