Stand: 08.03.2020 07:45 Uhr

Kolumne: Ein Herz zum Weltfrauentag

von Jan Dieckmann
Jan Dieckmann © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
Frauen haben mich inspiriert und fasziniert, sagt Pastor Jan Dieckmann.

Aufgewachsen bin ich mit zwei älteren Schwestern. Die jüngere der beiden hat mich immer in Mühle und Schach geschlagen und später Mathe studiert. Meine Biologielehrerin in der fünften Klasse hat mich fasziniert. Eine kluge Therapeutin war es, die mir während meines Studiums aus seelischen Nöten half. Eine Superintendentin hatte ich als Chefin während meiner ersten Gemeindejahre als junger Pastor. Die Frauen in meiner Kirchengemeinde waren es, die den Laden am Laufen gehalten haben. Und rund um mein Gemeindezentrum waren es wiederum die Mütter und Frauen in den Sozialbau-Hochhäusern, die unter schwierigsten ökonomischen Verhältnissen die Familien zusammengehalten haben. Eine Bischöfin war es, die mich inspiriert und beruflich gefördert hat. Meiner Frau verdanke ich das große Glück der Liebe. Meine pubertierende Tochter lehrt mich das Loslassen.

Eva setzte sich über Gottes Gebot hinweg

  • Frauen werden aufgrund ihres Geschlechts angefeindet und sexistisch verfolgt, verletzt und gedemütigt. Das finde ich unerträglich. 

  • Frauen sind die eine Hälfte der Schöpfung. Sie leisten aber nach wie vor durchschnittlich doppelt soviel Arbeit im Haushalt oder bei der Betreuung der Kinder. Das ändert sich, geht aber sehr langsam.

  • Frauen sieht man selten in Naziaufmärschen.

  • Frauen morden deutlich seltener als Männer und essen weniger Fleisch. Mit Frauen an der Macht gäbe es sicher weniger Kriege auf der Welt.

  • Die erste Frau, Eva, war es, die sich mit Neugier und Selbstbewusstsein über Gottes Gebot hinwegsetzte und nach dem Verzehr der verbotenen Frucht nicht glücklicher, aber klüger war. Frauen waren die Ersten, die Jesu Auferstehung gepredigt haben.

Allen Frauen zum Internationalen Frauentag am 8. März ein Herz der Liebe.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 08.03.2020 | 07:45 Uhr

Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr

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