Mit Bonhoeffer einer unsicheren Zukunft gelassen begegnen
Dietrich Boenhoffer war ein Mensch mit Herz und Haltung. Und seine Worte waren einfach und kraftvoll. Dabei hat der Pfarrer und Widerstandskämpfer schwierige Umstände niemals ausgeblendet.
Merkwürdig still waren die letzten Tage. Sie schienen zu schweben, wie eine einzige, lange blaue Stunde. Und nun: der Altjahrsmorgen. Er riecht nach Kaffee und Tanne. Nach ein bisschen Wehmut und vorsichtiger Vorfreude. Und in vielen Kirchen wird heute ganz sicher ein Lied gesungen:
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Dietrich Bonhoeffer
Bonhoeffer hat nichts beschönigt
"Von guten Mächten wunderbar geborgen" von Dietrich Bonhoeffer. Er hat die Verse im Dezember 1944 geschrieben, in einem Weihnachtsbrief an seine Verlobte. Da war er schon lange in Haft, die Nazis hatten ihn, den Theologen und Widerstandskämpfer, ins Gefängnis gesteckt. Und ihm war bewusst, dass er seine Hinrichtung erwarten musste. Seine Worte sind einfach und kraftvoll. Bonhoeffer beschönigt nichts. Er blendet das Schwierige, Traurige und Belastende nicht aus. Aber er vermittelt: Ob man glücklich oder unglücklich ist, hat wenig mit den äußeren Umständen zu tun, sondern hängt an dem, was sich in unserem Innern abspielt. Seine Verse ermutigen, einer unsicheren Zukunft gelassen entgegenzugehen. Voller Vertrauen in ein neues Jahr.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer
Gott ist bei uns. So ist es und wird es bleiben, auch 2022.
