Sendedatum: 10.11.2018 07:50 Uhr

An das Wirken der Lübecker Märtyrer erinnern

von Klaus Böllert
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1937 wurde die Lutherkiche in Lübeck feierlich eingeweiht. Unter den Teilnehmern war auch Pastor Stellbrink 2. Reihe links).

Lang, ist es her: Vor 75 Jahren wurden die Lübecker Märtyrer, drei katholische Priester und ein evangelischer Pastor, in Hamburg von den Nazis hingerichtet. Zum Beispiel weil sie Zwangsarbeiter verheirateten und gegen die Euthanasie predigten. Johannes Prassek, Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink wussten, dass das gefährlich ist.

Und genau das beeindruckt auch heute noch, auch Jugendliche wie Victor Schmid aus Lübeck: "Obwohl sie wussten, dass sie wahrscheinlich von dem Regime erfasst werden und auch sterben werden, haben sie weitergemacht und auch ihr Leben geopfert; daher auch der Name Märtyrer. Sie haben weiter gegen das Regime und für die Verfolgten gearbeitet."

Erinnerung an Märtyrer wird lebendig gehalten

Der Mord an den Juden, der Plan, Menschen mit Behinderung als unwertes Leben zu vernichten: Die Verbrechen der Nazis sind bestens dokumentiert und bleiben doch unbegreifbar. Auch für Elisabeth Schönweiler. Sie könne es nicht richtig begreifen, wie Menschen so etwas machen. Gerade deshalb finde sie es so unglaublich interessant, dass es Menschen gebe, die dagegen gehalten haben. Das sei wichtig zu wissen.

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Deswegen wird die Erinnerung an die vier Lübecker Märtyrer lebendig gehalten. Auch als Mutmacher, sich für Angegriffene, für Minderheiten und bedrohte Menschen einzusetzen, sagt Victor Schmid. Weil man das auf jeden Fall auf heute beziehen und sich überlegen könne: "Wenn die das früher gemacht haben und dafür eingestanden sind, dann kann man das heute erst Recht, weil die Umstände anders sind."

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N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 10.11.2018 | 07:50 Uhr