Kerzen leuchten in einer Kapelle © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

Licht und Hoffnung spenden in Corona-Zeiten

Stand: 02.02.2021 14:55 Uhr

Seit gestern ist Weihnachten endgültig vorbei. Nach einem alten Brauch heißt dieser Tag "Lichtmess". 40 Tage nach Weihnachten. Das Ende der Weihnachtszeit.

von Pastor Bernd Lohse

Dazu gibt es auch eine Geschichte im Lukas-Evangelium: Maria und Josef kommen mit dem neugeborenen Jesus in den Tempel. Dort erkennen zwei hoch betagte Menschen, nämlich Simon und Hannah, dass dieses Baby kein normales Kind ist, sondern in ihm der Messias gekommen war. Dass ihr Leben einen Sinn hat. Es erfüllt sich für sie eine Prophezeiung, nämlich dass Sie vor ihrem Tod noch den Messias zu Gesicht bekommen.

Viele Menschen fühlen sich in der Pandemie einsam

Lichtmess meint also, dass in unsere Einsamkeit und Dunkelheit Gottes Licht fallen kann - doch wie? Gerade jetzt sind viele Menschen ganz besonders einsam. Es gibt zu wenige Anregungen, Begegnungen fehlen und man kann nicht mal durch Läden stöbern oder ins Café gehen. Jungen und alten Menschen, Kindern und Jugendlichen, allen macht die Einsamkeit zu schaffen, wie eine unsichtbare Seuche neben der Pandemie. Das stellen insbesondere die Telefonseelsorger fest: Einsamkeit ist das große Thema in vielen Gesprächen, viel mehr als es das sonst schon war.

Ja, das hilft, jemanden anrufen oder einen besonderen Ort aufsuchen; Hannah und Simon haben der Geschichte nach im Tempel nach Licht und Hoffnung gesucht. Viele Kirchen unserer Stadt sind derzeit offen für Menschen, die sich einfach eine Weile hinsetzen wollen, eine Kerze anzünden, einen Moment innehalten.

Die Menschen wahrnehmen - auch in der Corona-Krise

In St. Jacobi erlebe ich, dass die Besucherinnen und Besucher die Kirche anders verlassen, als sie hereingekommen sind. Viele sagen "Danke" und lächeln ein wenig. Unsere Türen für andere Menschen zu öffnen, ein kleines Gespräch oder ein Lächeln verschenken … es ist so wichtig, anderen zu signalisieren: Ich nehme dich wahr. Seien wir sorgsam und sensibel miteinander.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 03.02.2020 | 09:40 Uhr

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