Stand: 26.07.2020 16:42 Uhr

"Kreuz und Queer"

von Oliver Trier
Ein rotes mit Kreide gemaltes Herz mit zwei Männlichkeitssymbol. © photocase Foto: Lucas1989
Wenn es um Homosexualität geht, erlebt Oliver Trier seine katholische Kirche als widersprüchlich. Sein Wunsch: offen über Probleme reden.

Wenn es um Obdachlose geht, erlebe ich meine katholische Kirche als stark und glaubwürdig. Sie predigt da nicht nur Nächstenliebe, sie lebt das auch mit großem Engagement.

Wenn es um Gleichberechtigung, um Gender oder andere als heterosexuelle Orientierungen geht, erlebe ich meine Kirche als widersprüchlich. Sie predigt auch da Nächstenliebe, aber gelebte Homosexualität zum Beispiel steht immer noch gegen die offizielle Lehre der Kirche.

Respekt für Menschen aller geschlechtlichen Identitäten

Was tun? Widersprüche verdrängen und verschweigen ist eine Möglichkeit. Aber Widersprüche lösen sich ja nicht einfach in Luft auf. Viel besser erscheint es mir, Probleme offen und ehrlich anzusprechen. Und da gibt es zurzeit einige Ansätze, die Mut machen. Im Erzbistum Hamburg gibt es das Referat "Kreuz & queer - Pastoral mit & für LGBTIQ+ Personen". Das Ziel: Toleranz, Achtung und Respekt für Menschen mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung und Menschen aller geschlechtlichen Identitäten.

Es gibt den synodalen Prozess für die katholische Kirche in ganz Deutschland. Zwei Jahre lang soll über neue Wege der Kirche diskutiert werden. Auch über sexuelle Orientierungen und Identitäten. Es tut sich was in der katholischen Kirche in Deutschland. Das macht mir Mut. Aber wir sind noch am Anfang vom Weg.

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | Moment mal | 27.07.2020 | 18:12 Uhr

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