Viele Buchstaben aus Nudeln liegen auf einem Tisch. © Miss X / photocase.de Foto: Miss X / photocase.de

Kolumne: "Worte"

Stand: 14.02.2021 07:30 Uhr

Worte sind der Schlüssel für alles. Für geistiges und geistliches Leben. Anders als Tiere können Menschen Wissen kausal verarbeiten und sich dadurch ausdrücken.

von Jan Dieckmann

Gemütlich hinlegen. Decke und Kissen zurechtkuscheln und dann mit einem Satz in eine andere Welt eintauchen. Wohin auch immer. Bei mir ist es derzeit das frühe Mittelalter. Burgtore die sich mit rasselnden Ketten schließen, Intrigen, Adels-Hochzeiten, Ritter-Schlachten.  

Kleine Fluchten dringend gesucht! Bitte eisfrei und ohne Corona. Für mich gibt es dafür nichts Besseres, als Lesen. Nichts lässt mich so total der Realität entkommen, wie eine gute Geschichte. Kein Film kommt da mit. Lesen ist für mich der Aus-Knopf für den Alltag. Mit einem guten Buch kann ich alles um mich herum vergessen. Dabei sind auch die besten Geschichten - genau betrachtet - nur Buchstaben. Worte. Sätze. Und doch haben sie diese magische Kraft. 

Durch Worte können wir uns sozial vernetzen

Jan Dieckmann © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
Worte machen den entscheidenden evolutionären Unterschied zwischen Tier und Mensch, sagt Pastor Jan Dieckmann.

"Im Anfang war das Wort" heißt es im ersten Satz des Johannes-Evangeliums. Und zwei Verse weiter steht: "Alles wurde durch das Wort geschaffen, und nichts ist ohne das Wort geworden." Wie wahr. Worte machen den entscheidenden evolutionären Unterschied zwischen Tier und Mensch aus. Erst Worte erlaubten es uns, unser Denken sozial zu vernetzen. So können wir heute Zeitreisen ins Mittelalter mit anderen teilen, über Ethik streiten, darüber, wer wir sind, wo wir hingehen, woran wir glauben. 

Worte sind der Schlüssel für alles. Für Geistiges und Geistliches. Und von daher ist es nur konsequent, dass das Johannes-Evangelium im "Wort" Gott selbst erkennt. "Das Wort war Gott selbst" heißt es im zweiten Satz des Johannes-Evangeliums. Und derjenige, der uns diesen Wort-Gott offenbart hat, Jesus von Nazareth, er ist weitergezogen. Auf seinem Thron liegt jetzt ein altes Buch. Dafür ein Kreuz des Glaubens.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jede Woche vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 14.02.2021 | 07:30 Uhr

Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr

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