Annettte Behnken hilft mit dem Rasentrecker bei der Parkpflege. © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob

Klosterküche in Dobbertin: Zusammenleben am See

Sendedatum: 13.12.2020 15:30 Uhr

Kloster Dobbertin mit seiner malerischen Anlage ist einen Ausflug wert. Hier, im idyllischen Mecklenburg leben seit fast 30 Jahren leben und arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.

Eine Halbinsel, umrahmt von einem verwunschenen See. Ein Park mit hohen Bäumen. Kloster Dobbertin liegt traumhaft schön, die ehemalige Benediktiner-Abtei ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Und der Ort hält noch mehr bereit: Seit fast 30 Jahren leben und arbeiten hier im idyllischen Mecklenburg Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Annette Behnken will in dieser Folge der Klosterküche wissen, ob und wie das funktioniert.

VIDEO: Kochen mit Leib und Seele - Zusammenleben am See (29 Min)

Leben und arbeiten im Kloster Dobbertin

Pilzsuppe: Olaf Jäger erklärt Annette Behnken, wie man's richtig macht. © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob
Pilzsuppe: Olaf Jäger erklärt Annette Behnken, wie man's richtig macht.

Ihr Weg führt die Moderatorin erstmal in das angrenzende Dorf, das genauso heißt wie das Kloster. Nur etwa 1.000 Menschen leben hier, im Ort und im Kloster Dobbertin. Ein Drittel von ihnen hat eine geistige Behinderung. Gemeinsamer Treffpunkt ist der kleine, vom Kloster betriebene "Cap"-Supermarkt. "Der Name leitet sich ab von Handicap", sagt Mitarbeiter Sebastian Krafczyk. Das Dorf trifft sich hier, Menschen mit und ohne Handycap arbeiten hier gemeinsam.

"Der Grundgedanke war, den Bewohnern des Klosters einen Arbeitsplatz zu geben." Gleichzeitig bekamen die Dorfbewohner eine gut erreichbare Einkaufsgelegenheit und einen Ort zum Treffen und Reden. Peter Nimmert, der zur Cap-Markt-Crew gehört, erzählt Annette Behnken beim Einsortieren der Waren, dass er früher selbst in einer der Wohngruppen auf dem Klostergelände wohnte. Inzwischen hat er sich außerhalb ein eigenes Leben aufgebaut.

Touristenmagnet für unzählige Besucher

Mit seinen Häuschen und Gassen, die sich malerisch um die alte Klosterkirche gruppieren, wirkt das Klostergelände selbst wie ein kleines Dorf. "Viele Bewohner verbringen hier ihr ganzes Leben", sagt Hans Hopkes, Leiter der diakonischen Einrichtung. "Wir möchten, dass Dobbertin nicht nur ein Ort ist zum Arbeiten und Wohnen, sondern ein Lebensraum, in dem alle Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner eine Rolle spielen." Einer von ihnen ist Andre Dittloff. Er lebt schon seit über 25 Jahren hier und gehört zum Gartenteam des Klosters.

Die Bewohner halten die Außenanlage in Schuss

Gartenteam: Annettte Behnken hilft im Park beim Laubrechen. © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob
Gartenteam: Annettte Behnken hilft im Park beim Laubrechen.

Die Truppe, die größtenteils aus Bewohnern besteht, hält mit viel Elan die Außenanlagen in Schuss. Aus gutem Grund: Das Kloster ist auch ein Touristenmagnet, der jedes Jahr unzählige Besucher anlockt. Wegen der Corona-Pandemie ist das Gelände derzeit allerdings für Außenstehende geschlossen. Auch das alte Brauhaus, ein professionelles Restaurant und Café, in dem die Gäste von Menschen mit und ohne Behinderung bekocht und bedient werden, hat dicht. Eigentlich schade, findet Annette Behnken: Normalerweise mischen sich Bewohner und Besucher überall auf dem weitläufigen Areal, und man kann kaum unterscheiden, wer zu welcher Gruppe gehört.

Im täglichen Umgang spielt das ohnehin keine Rolle. Da stellt sich die Frage nach Behinderung oder Nicht-Behinderung irgendwann gar nicht mehr. Das spürt die Moderatorin hier auf Schritt und Tritt. Es ist dieses ungezwungene Miteinander, das sie im beeindruckend schönen Kloster Dobbertin am meisten beeindruckt.

Dieses Thema im Programm:

Klosterküche | 13.12.2020 | 15:30 Uhr

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