Sendedatum: 02.06.2019 15:30 Uhr

Die Pater vom Dominikanerkloster Vechta

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Pater Andreas Bordowski, der Schulleiter des Gymnasiums, hilft bei der Vorbereitung der Rindfleischsuppe.

Wie funktioniert dieser Spagat zwischen Mittelalter und Moderne? Das will Annette Behnken bei ihrem Besuch bei den Dominikanern in Vechta im Oldenburger Münsterland erfahren. Dort betreibt der Orden ein Kloster und eine Schule. Natürlich bleibt auch der Magen nicht leer: Gemeinsam mit Klosterköchin Ulrike Schmedes kocht die Pastorin für die Dominikanerpater ein deftiges Menü. Als Vorspeise gibt es Rindfleischsuppe mit Zwiebackklößen, Eierstich und Nudeln. Als Hauptgang wird das "National"-Gericht der Region serviert - Grünkohl nach Hausfrauenart, dazu Mettenden, Kassler und Grützwurst.

Pater Ludger ist auch "Hausmeister"

Die Dominikaner gibt es schon seit über 800 Jahren. Es gehört zu ihrem Selbstverständnis, auf Menschen zuzugehen und Wissen zu vermitteln. Für die Gemeinschaft in Vechta spielt sich der Alltag vor allem zwischen Kloster, Schule und Kirche ab. Annette Behnken trifft Pater Ludger - den Chef des Klosters, der hier Prior heißt - in dem einfachen, aber schönen Gotteshaus gleich neben der Schule. Der 50-jährige Ordensmann stammt aus Vechta.

Dominikanerkloster in Vechta © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

Die Pater vom Dominikanerkloster Vechta

Klosterküche -

Den Dominikanern in Vechta gelingt ein Spagat zwischen Mittelalter und Moderne. Die Patres betreiben eine Schule und leben im Kloster zusammen. Gekocht wird ein deftiges Menü.

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Deshalb kennt er auch die Geschichte der Klosterkirche. Das Gebäude stammt aus Berlin, wo es einem U-Bahn-Bau weichen musste. Also hat man die Steine abgetragen und zum Bau des Gotteshauses in Vechta benutzt. Kirchenrecycling nach Dominikanerart. Als Prior kümmert sich Pater Ludger um alle praktischen Belange der Gemeinschaft. "Im Grunde bin ich ein besserer Hausmeister", schmunzelt er. Alle paar Jahre wird das Amt per Wahl neu vergeben. So demokratisch geht es zu bei den Dominikanern von Vechta. Pater Gregor ist bereits mit 19 Jahren in den Orden eingetreten. Heute studiert er in Vechta Politikwissenschaft und will später einmal Lehrer werden. Derzeit unterrichtet er unter anderem die Mädchen und Jungen, die beim Gottesdienst als Messdiener und Messdienerinnen assistieren. "Das ist alles Learning-by-doing", erzählt Pater Gregor. "Die Älteren zeigen es den Jüngeren."

Pause haben die Ordensbrüder nur am Sonntagabend

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Geselliges Beisammensein: Annette Behnken zwischen den Ordensbrüdern von Kloster Vechta.

In der Heiligen Messe klappt alles wie am Schnürchen. Zelebriert wird der Gottesdienst von Pater Karl, der eigentlich schon in Rente ist. Aber einen normalen Ruhestand gibt es für Dominikaner eigentlich nicht. "Jeder macht das, was er noch kann", sagt er. So richtig Pause haben die Ordensbrüder nur am Sonntagabend. In gemütlicher Runde sitzt Annette Behnken mit den sieben Männern zusammen und lässt den Tag ausklingen. Anschließend gehen alle in den Speisesaal, wo schon das deftige Klostermenü wartet. Traditionsbewusst und doch zeitgemäß - so wie die Männer , die hier leben und arbeiten.

Rezepte

Rindfleischsuppe mit Zwieback-Klößen

Porree, Möhren und Eierstich ergänzen die würzige Vorspeise aus Brühe und Rindfleisch. mehr

Grünkohl Hausfrauenart

Kräftig, deftig ist diese regionale Spezialität. Der Grünkohl wird mit Hafergrütze angereichert. Dazu werden natürlich Kasseler und Mettenden gereicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

Klosterküche | 02.06.2019 | 15:30 Uhr