Stand: 11.12.2018 11:45 Uhr

Schutz des Klimas geht jeden an

von Julia Heyde de López
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Studentin Helena Funk engagiert sich in Kattowitz für ein besseres Weltklima.

Ausreichend Schlaf? Für Helena Funk ist das derzeit Nebensache. Sie ist gerade im polnischen Kattowitz bei der Weltklimakonferenz dabei. Und da wird häufig bis in die Nacht diskutiert. Die Studentin findet es interessant, mitverfolgen zu können, wie Weltpolitik entsteht. Manchmal sei es aber auch frustrierend, wie lange es dauere, bis wirklich Entscheidungen auf globaler Ebene getroffen werden, sagt sie.

Klimawandel ist auch ein individuelles Thema

Helena Funk gehört zur Delegation des Lutherischen Weltbundes. Die Dachorganisation lutherischer Kirchen weltweit schickt jedes Jahr junge Leute zu dem globalen Klimatreffen. In diesem Jahr kommen die Delegierten unter anderem aus Argentinien, Indonesien, Südafrika und Island. Für viele von ihnen sind die Auswirkungen des Klimawandels längst spürbar. Und trotzdem stellen Politik und Wirtschaft vereinbarte Klimaziele immer wieder in Frage. Da findet Helena Funk es wichtig, dass bei der Konferenz die Zivilgesellschaft gut vertreten ist: Nichtregierungsorganisationen, Klimaforscher und religiöse Akteure wie der Lutherische Weltbund. "Das zeigt, dass es nicht nur ein politisches Thema ist, sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen, sondern es darum geht, einen ganz individuellen Wandel zu gestalten", so Helena Funk. Passend dazu lautet das Motto des Treffens: "Changing Together".

Religionen spielen eine Rolle beim Klimawandel

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Auch regierungsferne Delegationen diskutieren in Kattowitz über Klimaschutz.

Die Studentin aus Niebüll, die derzeit ein Auslandsjahr in den USA absolviert, ist überzeugt, dass beim Umgang mit dem Klimawandel Religionen eine wichtige Rolle spielen könnten. Sie wirkten in die Gesellschaft hinein, aber auch auf den Menschen individuell. Die Bewahrung der Schöpfung Gottes sei ein Aspekt, der eigentlich in allen Religionen auftauche. Über 83 Prozent der Weltbevölkerung fühlten sich einer Religion angehörig. Das eröffne ihnen Möglichkeiten, bei den Menschen einen viel nachhaltigeren Verhaltenswandel herbeizuführen, als es vielleicht der Politik möglich sei, so Helena Funk. "Ich finde, das ist das Spannende daran: Religionen umspannen die komplette Welt, verbinden uns und überschreiten auch Grenzen, an denen Politik oft Schluss macht." Es sei an der Zeit, Klimagerechtigkeit auch als interreligiöses Thema zu diskutieren, erklärt die Schleswig-Holsteinerin.

Kommenden Freitag geht die Klimakonferenz zu Ende. Mitnehmen wird Helena Funk vor allem die Geschichten von Menschen, die berichtet haben, wie sie die Auswirkungen des Klimawandels in ihren Heimatländern konkret erleben. "Für mich ist das auch ein neuer Appell, darauf zu achten, einen möglichst klimaneutralen Lebensstil zu haben, auf Nachhaltigkeit zu achten und bewusst zu handeln."

Kreuz Skulptur aus Metall

Klimakonferenz in Kattowitz

N-JOY - Radiokirche bei N-JOY -

Die Dachorganisation lutherischer Kirchen schickt jedes Jahr junge Leute zum globalen Klimatreffen. Mit dabei: Helena Funk von der Delegation des Lutherischen Weltbundes.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 07.12.2018 | 10:40 Uhr

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