Zwei Jugendliche mit Mund-Nasen-Schutz blicken auf ihre Smartphones © photocase.de Foto: przemekklos

Kolumne: "Wir sind Profis"

Stand: 06.06.2021 07:30 Uhr

Kontakte übers Telefon, Homeoffice, Homeschooling und Videokonferenzen: Die Corona-Pandemie hat die Menschen eingeschränkt, aber sie haben sich auf die Umstände eingestellt - und viel erreicht.

von Inga von Thomsen

Wir sind alle Profis geworden während der vergangenen Monate. Kennen uns mit verschiedenen Arten von Mund-Nasen-Schutz aus und wissen, wie man sich mithilfe eines Wattestäbchens selber testet. Wir sind Technik-Profis geworden. Können Videokonferenzen organisieren und Hintergründe anpassen, Bild und Ton stumm stellen, und wir wissen, wo der Router in unserem Haus zu finden ist, falls doch wieder alles abgestürzt ist.

"Wir sind Abstandsprofis geworden"

Wir sind Organisations-Profis geworden. Haben unsere Kinder beim Homeschooling angeleitet, während gleichzeitig im Homeoffice auf der anderen Leitung die Chefin etwas will und der Kollege dringend eine Antwort per E-Mail erwartet. Die Wäsche rumpelt nebenbei und der Plan für das wohlschmeckende Mittagessen steht ebenso. Wir sind Abstandsprofis geworden. Spielfilme irritieren uns, in denen Menschen sich umarmen und keine Masken tragen. Bilder von Konzerten oder großen Veranstaltungen erinnern uns: Es gab da mal diese andere Zeit, "vorher".

Wir sind Profis darin geworden, unsere Kontakte aufrecht zu erhalten: zur Familie, zu Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen. Der spontane Schnack zwischendurch findet am Telefon oder per Zoom statt. Die Eltern, Großeltern oder Geschwister sehen wir per WhatsApp-Call.

Menschen haben in der Corona-Pandemie viel geleistet

Wir mussten zurückstecken, und es gab Trauriges. Wir haben liebe Menschen verloren. Aber: Wir haben in den vergangenen Monaten viel geleistet. Großartiges. Niemand hatte geahnt, wie lange es dauern würde. Und ich gebe zu, angesichts der momentanen Inzidenzwerte und niedrigen Zahlen und der steigenden Impfquote starre ich ungläubig auf die Grafiken in den Nachrichten. Kann es wirklich sein …?

Als das biblische Volk Israel aus Ägypten auszieht, muss es das Rote Meer durchqueren. Wie durch ein Wunder teilt sich das Wasser. Dann halten sie erst einmal inne und feiern. Danken Gott. Tanken neue Kraft, bevor es dann weitergeht durch die Wüste.

Inga von Thomsen © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
"Wir dürfen ruhig einmal stolz sein auf das, was wir erreicht haben", sagt Kirchenredakteurin Inga von Thomsen.

Ich finde: Wir dürfen ruhig einmal stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Vorsicht und Abstand sind weiterhin geboten. Aber das werden wir schaffen - wir sind ja schließlich Profis.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Donnerstag vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 06.06.2021 | 07:30 Uhr

Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr

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