Rote Kerze mit geschmückter Tanne im Hintergrund © Fotolia

Kolumne: "Hoffnungslicht im Advent"

Stand: 24.11.2021 16:20 Uhr

Kirchenlieder erzählen davon: Die Adventszeit ist eine Zeit der Umkehr und des Wartens. In dieser Dunkelheit zünden Christinnen und Christen eine Kerze an als Zeichen der Hoffnung.

von Klaus Böllert

Dieser Advent, dieses Weihnachten wird wieder anders, als wir es uns wünschen. Leider. Und ehrlich: Mir fällt so richtige Vorfreude unter Einschränkungen nicht ganz leicht. Ständig schwingt die Frage mit, ob es doch besser wäre, zu Hause zu bleiben, als Weihnachtsmärkte zu genießen, Geschenke zu besorgen, zu Rorate Messen bei Kerzenschein zu gehen oder zu Konzerten. Und wieder ist die erste Frage bei Telefonaten, ob alle gesund sind.

In den Gottesdiensten der Adventszeit mag ich die Lieder sehr gerne, aber jedes Jahr neu fällt mir auf, wie fast drückend viele Texte sind. Da ruft Johannes der Täufer zu Umkehr und Buße auf und der Prophet Jesaja spricht: "In der Wüste bahnt einen Weg dem Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott." Eben. Wir sind in der Wüste und warten auf den Erlöser. Advent ist noch nicht Weihnachten. Na, und Weihnachten ist ja auch erst ein Anfang, ist noch nicht Ostern.

Advent ist die Zeit des Wartens und der Vorbereitung

Aber! Am Sonntag zünde ich die erste Kerze an. Nicht gleich große Lichterketten, nicht gleich alle vier Kerzen, sondern eine einzelne Kerze. Ein vorsichtiges Zeichen für unsere Hoffnung, das aber reicht, um Licht in die Dunkelheit zu bringen. Probieren Sie das ruhig einmal aus. Machen Sie alle Lampen in einem Zimmer aus, die Türen zu und die Rollos runter, bis es völlig dunkel ist, und zünden dann eine Kerze an. Erstaunlich, wie viel Licht sie in das Dunkel bringt.

Klaus Böllert © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
Eine einzelne Kerze kann schon viel Licht ins Dunkel bringen, davon ist Kirchenredakteur Klaus Böllert überzeugt.

Es gibt dieses Jahr so viele Menschen, denen ich so ein Hoffnungslicht wünsche. Den Erkrankten, denen, die sich um sie sorgen und denjenigen, die sie im Krankenhaus pflegen. Den Kindern und Jugendlichen. Denen, deren Leid wegen der Pandemie fast vergessen wird. Wir vertrauen darauf, dass es hell werden wird, dass Weihnachten naht, dass es Erlösung von Leid gibt. Deshalb können wir auch eine schöne Adventszeit haben. Mit Weihnachtsmarkt, Gottesdiensten und Konzerten. Nur vorsichtiger als sonst, ruhiger. Heute ein Anker der Hoffnung.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Donnerstag vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 28.11.2021 | 07:30 Uhr

Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr

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