Stand: 17.04.2019 09:30 Uhr

Kolumne: "Taufe als Zeichen der Liebe"

von Klaus Böllert

Jedes Jahr kurz vor Ostern treffe ich in unserem Erzbistum Menschen, die sagen: "Ja, ich möchte getauft werden. Ich möchte katholischer Christ werden." Diese Erwachsenen wurden in ihren Gemeinden über längere Zeit auf die Taufe vorbereitet, die nun in der Osternacht stattfinden soll. Jedes Jahr staune ich über diese Taufbewerber und -bewerberinnen.

Mit dem Glauben aufgewachsen

Ich wurde als Kind getauft, wurde mit neun Jahren Messdiener, später Mitglied eines katholischen Jugendverbandes. Ich bin in den Glauben hineingewachsen und frage mich immer: Wenn ich nicht schon als Kind getauft worden wäre, würde ich dann heute Christ werden wollen? Oder würden mich die diversen Skandale abschrecken, die halbleeren Kirchen am Sonntag anöden, würde ich die kirchliche Sprache nicht merkwürdig finden?

Taufe aus Liebe zum Partner

Die Antwort: kommt darauf an. Denn was mir im Gespräch mit den Taufbewerber_innen auch jedes Jahr auffällt: Niemand wird im stillen Kämmerlein Christ. Noch nie hat mir jemand gesagt, dass ein Buch ihn oder sie so faszinierte, dass die Faszination bis zur Taufe getragen hat. Immer geht es um Beziehung, meist um eine Liebesbeziehung. Da verliebt sich jemand und merkt, dass die oder der Geliebte gläubig ist, betet, sonntags zum Gottesdienst geht und will, dass die Kinder getauft werden. Aus Liebe wird Interesse an dem, was den Liebenden wichtig ist, woraus sie leben.

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Ehrenamtliche Arbeit, engagiertes Gemeindeleben - das bedeutet Kirche für Kirchenredakteur Klaus Böllert

Ich bin schon verheiratet und meine Frau war bereits Christin, als wir uns kennengelernt haben. Trotzdem sind die Geschichten der Taufbewerber_innen immer eine Anfrage an mein eigenes Leben als Christ. Nämlich, ob ich so lebe, dass andere neugierig werden und Interesse finden können an dem, was mich trägt, animiert werden nachzufragen, warum mir der Glaube wichtig ist.

Ostersonntag stelle ich einige der frisch Getauften vor, zum Beispiel um 9.12 Uhr in Moment Mal auf NDR 2. Heute vergebe ich ein Herz für die Liebe, die manchmal zueinander und zu Gott führt.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | Moment mal | 21.04.2019 | 09:12 Uhr

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr