Stand: 08.08.2018 07:59 Uhr

Kolumne: Wie ein liebendes Kind

von Klaus Böllert
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Auch wenn in der Erziehung nicht alles glatt läuft: die Liebe zwischen Kindern und Eltern ist stark.

Gestern Abend habe ich zu meinem Sohn gesagt: "Wenn Du jetzt nicht dies machst, dann passiert das!" Nicht die hohe pädagogische Elternschule, und ich bin auch nicht stolz darauf, aber manchmal weiß ich mir nur durch "Drohungen" zu helfen. Kein Fernsehen. Kein Youtube. So in der Art.

Als Vater bin ich auch nicht immer geduldig, manchmal mit den Gedanken woanders, wenn die Kinder etwas erzählen, und merke nicht jedes Mal sofort, wenn sie Kummer haben. Ich bin ein einigermaßen normaler, unperfekter Vater, der bestimmt tausend Fehler macht. Das Schöne und Beruhigende ist: Nie muss ich Angst haben, dass meine Kinder mich deshalb nicht mehr liebhaben. Sie sind immer offen für die Versöhnung. Immer bereit, neu zu starten und selbst nach einem Tag, an dem es öfter mal Zoff gab: Morgen ist ein neuer Tag, und wir bleiben Vater und Sohn - in Liebe.

Keine Angst, die Liebe zu verlieren

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Die Liebe der Kinder ist ein Beispiel unbedingter Liebe, findet Kirchenredakteur Klaus Böllert.

In der Bibel wird Gott als liebender, barmherziger Vater beschrieben, dessen Liebe selbst das durchzechte Erbe des verlorenen Sohnes nicht schmälern kann.

Ich denke: Für unbedingte Liebe, die nicht sieben Mal, sondern 77 Mal verzeiht, die immer wieder neu anfängt, die nichts kostet, die nicht aufrechnet, nicht fordert, die einfach ist - für eine solche Liebe stehen eigentlich noch besser die Kinder.

Das heißt nicht, dass Kinder alles klaglos hinnehmen oder die Fehler der Eltern nicht sehen. "Du musst wirklich mal lernen, ruhiger zu werden", hat mein Jüngster gesagt. Recht hat er. Ich bemühe mich auch. Aber Angst vor Liebesverlust muss ich und müssen andere Eltern nicht haben. Auf 100 Erziehungsfehler mehr oder weniger kommt es dabei gar nicht an, habe ich mal gelesen. Also ein Herz für die Liebe unserer Kinder. Und einen Anker der Hoffnung, dass Gott uns genauso bedingungslos liebt.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jeden Mittwoch vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr