Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges (1983) © picture-alliance / United Archives/ TopFoto

Jorge Luis Borges würde im nächsten Leben mehr Fehler machen

Sendedatum: 04.06.2021 10:40 Uhr

Jorge Luis Borges hat eine Vielzahl fantastischer Erzählungen und Gedichte verfasst. Der argentinische Schriftsteller gilt als Mitbegründer des Magischen Realismus.

von Julia Heyde de López

"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte" - so heißt der kurze Text. Er ist im Internet in verschiedenen Fassungen zu finden und wird dem argentinischen Autor Jorge Luis Borges zugeschrieben. Angeblich hat er die Zeilen wenige Jahre vor seinem Tod notiert. Er schreibt:

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich würde nicht so gesund leben, würde mehr riskieren. Ich würde mehr reisen, mehr Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen ... Jorge Luis Borges

Borges wollte den Augenblick leben

Und so weiter und so weiter. Dem Autor fällt viel ein, wie er seine Zeit anders hätte verbringen wollen. Mit Freude und leichtem Gepäck. Ganz im Jetzt. Von mehr Arbeit und mehr Geld ist nicht die Rede. Er will einfach das Sein mit allen Fasern spüren. Und appelliert: "Das Leben besteht nur aus Augenblicken, vergiss den jetzigen nicht!"

Weise Worte. Das zu begreifen, tut in jedem Alter gut. Unser Leben vom Ende her zu denken, macht uns klüger, meint auch die Bibel (Psalm 90,12). Klüger, ein bisschen verrückter, entspannter und mutiger.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 04.06.2021 | 10:40 Uhr

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