Sendedatum: 03.05.2019 19:05 Uhr

Weniger Vielfalt führt zu Insektensterben

von Britta Jensen
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Viele Pflanzenarten sind auf Bienen als Bestäuber angewiesen.

So wünschen wir uns den Mai: Grün und bunt, mit Vogelgezwitscher und viel Gesumme. Mit Insekten, die durch die Luft schwirren, Schmetterlingen, die unser Herz erfreuen, Bienen und Hummeln, die von Blüte zu Blüte surren. Zur Natur gehört Vielfalt. Gott hat sie erschaffen und in der Schöpfungsgeschichte steht: Und Gott sah, dass es gut war. Doch was gut war, ist es nicht mehr. Die Vielfalt ist bedroht.

Monokulturen zerstören Lebenräume von Insekten

Schon seit Jahren machen Wissenschaftler auf das massive Insektensterben aufmerksam. Ein trauriges Phänomen, an dem wir Menschen einen großen Anteil haben, erklärt Jan Menkhaus, wissenschaftlicher Referent für Landwirtschaft und Ernährung bei der Nordkirche: "Das könnte daran liegen, dass deren Lebensgrundlagen in den letzten Jahren zerstört worden ist oder nicht mehr optimal waren. Stichwort Monokultur in der Landwirtschaft, Pflanzenschutzmitteleinsatz." Aber es seien auch die normalen Gärten mit englischem Rasen und einer Kirschlorbeerhecke drumherum.

Wer Vielfalt in der Natur haben möchte, der muss auch natürliche Vielfalt bieten. Insekten sind wichtig - für das große Ganze. Da sei beispielsweise die Befruchtungsleistung der Bienen für Pflanzen. Und dürfe man nicht nur die Honigbiene betrachten, sondern ganz viele Wildbienen, die auch eine Rolle spielen. Wenn die Biene zugrunde gehen würde, gehe es auch den Menschen schlecht, so Menkhaus.

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Auch in Balkonkästen finden Insekten Nahrung

Es ist also höchste Zeit zu handeln und umzudenken. Und es gibt schon gute Beispiele, wenn Landwirte Blühstreifen anlegen oder Gemeinden Obstbäume auf naturbelassene Wiesen pflanzen. Doch viel mehr ist vonnöten und auch im Kleinen ist viel möglich. Jeder kann Blühflächen schaffen und wenn es nur der Balkonkasten ist, wo Insekten Nahrung finden. Die Devise lautet: Je natürlicher, desto besser. Einheimische Gehölze und Wildblumen, altes Holz, liegen gebliebenes Laub, verwilderte Ecken. All dies kann helfen, damit es auch in Zukunft summt und brummt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 03.05.2019 | 19:05 Uhr

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