Stand: 20.07.2020 07:25 Uhr

Erinnerung an den 20. Juli 1944

Der NS-Widerstandskämpfer und Pazifist Dietrich Bonhoeffer © dpa
Jesus nachfolgen kann auch heißen: aus Nächstenliebe schuldig werden, so die Überlegung von Dietrich Bonhoeffer.

Am 20. Juli 1944 scheitert ein Bombenanschlag auf den deutschen Diktator Adolf Hitler. Noch in der Nacht danach werden der Attentäter Claus Schenck Graf von Stauffenberg und enge Mitstreiter erschossen. Viele weitere Mitglieder aus dem Kreis der bürgerlichen Opposition gegen den Nationalsozialismus werden in den folgenden Tagen verhaftet. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs werden circa 5.000 von ihnen hingerichtet. Darunter auch der Berliner Pastor Dietrich Bonhoeffer.

Nachdenken über das Gebot: Du sollst nicht töten

Er hat sich lange gefragt: ist ein Attentat auf Hitler zu rechtfertigen, damit das Grauen beendet wird? Selbst wenn er ein grausamer Diktator ist, verantwortlich für die Vernichtung Millionen anderer Leben, ist er ein Mensch, von Gott geschaffen. Auch dem gilt der Schutz des Gebotes der Bibel: Du sollst nicht töten. Jeder Attentäter verstößt dagegen und macht sich schuldig. Bonhoeffer erkennt: Jesus nachfolgen und Menschenleben retten wollen, kann heißen: aus Nächstenliebe schuldig werden. Er riskiert es und wird wegen des Widerstands gegen Hitler umgebracht.

Bonhoeffer - in England als Märtyrer geehrt

Für seine mutige Haltung ist er nach dem Krieg zuerst in England geehrt worden. Am Eingangsportal von Westminster Abbey ist er als Skulptur zu sehen als einer von zwölf modernen Märtyrern fürs Christentum. Im letzten Brief schreibt der Pastor einem Freund in England voll Glauben: "Das ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens."

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | 20.07.2020 | 18:12 Uhr

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