Sendedatum: 10.07.2020 10:40 Uhr

Den eigenen Weg finden

von Julia Heyde de López
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Ein Wald-Labyrinth im Hamburger Stadtpark.

Im Hamburger Stadtpark habe ich mal eins entdeckt. Ein kleines Labyrinth, angelegt ganz versteckt hinter Büschen und Bäumen. Steine markieren den Weg, der zur Mitte führt. Eigentlich scheint sie gar nicht weit entfernt, doch der Pfad verläuft in Schlingen und Kurven. Gleich bin ich da, dachte ich – und war plötzlich doch wieder ganz am anderen Ende. Es dauerte, bis ich das Ziel endlich erreicht hatte.

Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol für den Lebensweg des Menschen. Der ist einerseits geprägt von "äußeren" Meilensteinen: ein Schulabschluss, ein Arbeitsplatz, eine eigene Wohnung, eine Reise. Und dann haben wir persönliche Werte, mit denen und in denen wir uns weiterentwickeln: Vertrauen, Gelassenheit, Liebe, Freundschaft.

Sich auf den Weg einlassen

Anders als ein Irrgarten mit seinen Abzweigungen und Sackgassen gibt es im Labyrinth nur einen Weg, der muss gegangen werden. Aber das bedeutet nicht, dass es deshalb leichter wäre. Hinter jeder Kurve warten neue Perspektiven und Möglichkeiten. Wichtig ist, sich auf den Weg aus vollem Herzen einzulassen. Das Gepäck möglichst leicht. Festhalten lässt sich nichts.

Das Leben – ein Labyrinth. Ich mag dieses Bild. Jeden Tag gehen wir eine neue Etappe. Hin zur Mitte.

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Labyrinth

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Julia Heyde de Lopez mag das Bild, das Leben als Labyrinth zu sehen: "Jeden Tag gehen wir eine neue Etappe. Hin zur Mitte."

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 10.07.2020 | 10:40 Uhr

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