Weihnachtsmarkt in Braunschweig © fotolia.com Foto: panoramarx

Traditionsmärkte mit viel Flair

Stand: 25.11.2021 10:57 Uhr

Viele Weihnachtsmärkte finden nun doch statt. Trotz Corona. Aber wie ist die Tradition eigentlich entstanden?

von Pastor Oliver Vorwald

Ein Kirchlein mit Glühweinausschank. Buden mit Fachwerk und Erkern, die an alte Bauernhäuser erinnern. Es duftet nach Mandeln, durch die Gassen wehen die Lieder von der Ros' im kalten Winter, dem Kindlein zart. In einigen Städten in Niedersachsen haben die Weihnachtsmärkte begonnen. Natürlich verbunden mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen – wegen Corona. Ganz wichtig, denn die deutschen Weihnachtsmärkte sind weltberühmt für ihr märchenhaftes Flair, locken viele Menschen an. Und sie haben eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht.

Erste Weihnachtsmärkte entstanden im Mittelalter

Als einer der ältesten Weihnachtsmärkte gilt der Dresdner Striezelmarkt. Seine Geschichte beginnt im Advent 1434 per königlichem Erlass. Nach der vorweihnachtlichen Fastenzeit können sich hier Ratsleute und Bürgerfamilien eine Gans kaufen, etwas Rind oder ein Stück Schweineschulter. Dieser Markt dauert damals nur einen Tag. Aber er wird ein voller Erfolg, mit den Jahren länger und umfangreicher. Korbflechter, Spielzeugmacher, Zuckerbäcker kommen hinzu.

Diese Entwicklung ist typisch. Viele Weihnachtsmärkte beginnen mit dem Verkauf von Wurst und Braten. Die heutigen – mit ihrem romantischen Flair à la Gebrüder Grimm – entstehen im Lauf des 20. Jahrhunderts. Rund 3.000 sollen es vor der Corona-Pandemie gewesen sein; mit schätzungsweise 250 Millionen Besucherinnen und Besuchern.

Der Stollen als Symbol für das Christuskind

Unter anderem in Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Osnabrück, Oldenburg finden die Weihnachtsmärkte wieder statt. An den romantischen Glühweinbunden gilt die 2G-Regel. Der Dresdner Striezelmarkt hingegen fällt aufgrund des Infektionsgeschehens im Freistaat Sachsen aus.

Aber eine seiner Spezialitäten wird dennoch auch in diesem Advent in aller Munde sein. Striezel ist ein anderes Wort für Stollen. Ein brotförmiger Kuchen mit Rosinen und Marzipan, bestreut mit Puderzucker. Der Stollen soll an das in Windeln gewickelte Christkind erinnern – und an die süße Weihnachtsbotschaft der Engel: Friede auf Erden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 27.11.2021 | 09:15 Uhr

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