Stand: 09.02.2017 12:00 Uhr  | Archiv

Das Kirchenlexikon - Valentinstag

von Oliver Vorwald

"Am Valentinstag schenkt man sich Blumen, viele Paare tun das. Es gibt sogar eigene Gottesdienste am 14. Februar. Warum, woher kommt dieser Brauch?"

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Der Valentinstag gilt als Tag der Liebenden.

Rosen, Tulpen, Vergissmeinnicht. Blumen gehören am 14. Februar unbedingt dazu. Der Valentinstag gilt als Tag der Liebe, der Partnerschaft. So jedenfalls klingt das in der Werbung. Dabei blüht dieser Brauch noch gar nicht lange in Deutschland. Er wird erst nach 1945 hier kultiviert. Es sind die GIs, die US-Soldaten. Sie bringen ihre Lebenskultur nach dem Zweiten Weltkrieg mit nach Westdeutschland: Swing, Popcorn, Petticoat. Dazu gehört auch das Blumenschenken am Valentinstag. Kluge Werber sehen einen Trend. Sie erklären den 14. Februar zum "Tag der offenen Herzen". Mit Erfolg. Was in den USA schon lange boomt, wird auch in der jungen Bundesrepublik Mode.

Seinen eigentlichen Ursprung hat dieser Brauch allerdings im Alten Rom. Am 14. Februar war es nämlich üblich, Blumen auf den Altar der Göttin Juno zu legen. Juno galt als Schützerin von Ehe und Familie. Außerdem gab es an diesem Tag Liebesorakel, unverheiratete Mädchen und junge Männer wurden einander zugelost.

Ein Bischof als Namensgeber

Seinen Namen hat der Valentinstag wiederum von einem Bischof. Der lebte im 3. Jahrhundert. Oft kamen frisch verliebte Paare zu ihm. Valentin schenkte ihnen Blumen und segnete sie im Namen des dreieinigen Gottes. Das kostete ihn den Kopf. Denn das Christentum war damals verboten. Am 14. Februar 269 wurde Valentin in Rom hingerichtet. 200 Jahre später erklärte die Kirche diesen Termin zum Gedenktag für Valentin, den Bischof und Blumenfreund.

Blumen als Liebesbeweis

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Den Brauch, Blumen zu schenken, gab es bereits im Alten Rom.

Liebe braucht Pflege, erzählt die Bibel. Sonst welkt sie. Deshalb laden seit einigen Jahren immer mehr Gemeinden zu Valentins-Gottesdiensten ein. Paare können sich dort segnen lassen. Auch Blumen schenken am 14. Februar ist eine gute Idee, selbst wenn es nicht "rote Rosen regnet". Bereits eine Blume sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte - egal ob Vergissmeinnicht, Tulpe oder Rose.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 11.02.2017 | 09:15 Uhr

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