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von Oliver Vorwald
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Das Kirchenlexikon - Träumer wie Martin Luther King

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"Traumtänzer. Oder: Träume sind Schäume. Bei uns haben Träume und Träumer keinen so guten Ruf. In der Bibel ist das anders. Warum?“

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Schwarz oder Weiß - für Martin Luther King sind alle Menschen Gottes Kinder.

Überall Menschen, gut 250.000 drängen sich an diesem Sommertag 1963 im National Park Washington. Alle wollen ihn hören - den Träumer. Da steht er auf den Stufen eines tempelartigen Hauses und spricht. Dass alle Gottes Kinder sind. Schwarz und Weiß, Fromme und Nichtgläubige. Martin Luther King folgt bei seiner legendären Rede einer Eingebung. Am 15. Januar 2019 wäre der Pastor und Bürgerrechtler 90 Jahre alt geworden.

Martin Luther King erzählt von seinem Traum

"Ich habe einen Traum, dass die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter eines Tages miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen." In diesem Stil folgen weitere Sätze. Jeden leitet Martin Luther King mit den Worten ein: "I have a dream." Aber im Erstdruck des Redemanuskripts tauchen die gar nicht auf. Die legendäre Formel findet nachträglich hinein. Er greift sie auf, als eine Freundin ihm bei der Ansprache zuruft: "Erzähl' ihnen von dem Traum, Martin."

Große, echte Träume sind unverfügbar. Sie werden in der Stille laut, nehmen im Dunkel Nacht Gestalt an. Das geschieht ohne Zutun des Träumers, so die Bibel. Deshalb sagt sie: "ihm träumte". Kommt ein Traum tatsächlich von Gott oder ist bloß reine Fantasie, zeigt sich, ob er Wirklichkeit wird. Frauen und Männer mit solchen Träumen haben einen guten Ruf in der Bibel. Sie werden von jedermann geachtet. Ihre Begabung zeigt nämlich, dass sie im Einklang mit dem Schöpfer dieser Welt stehen. Sie helfen dabei, die Zukunft besser zu gestalten.

Traum von Freiheit lebt weiter

Träumer leben gefährlich. Viele Helden der Bibel bekommen das zu spüren. Sie werden bedroht, gejagt, getötet. So ergeht es auch Martin Luther King. Am 4. April 1968 erschießt ein rassistischer Attentäter den Bürgerrechtler in Memphis. Doch der große Traum lebt weiter, nimmt Gestalt an. Alle Menschen gleichberechtigt. Diese Vision bleibt ein Leuchtfeuer für eine bessere Welt: "Free at last - zuletzt werden wir frei sein."

Weitere Informationen

Martin Luther King hatte einen Traum

Vor 55 Jahren hat Martin Luther King seine berühmten Worte gesagt: "I have a dream. Die Rede gilt als rhetorisches Meisterwerk. Warum, erzählt Pastor Matthias Bernstorf. mehr

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 12.01.2019 | 09:15 Uhr