Stand: 14.01.2019 14:15 Uhr

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von Oliver Vorwald

"Woher kommt eigentlich die Vorstellung, dass Sternschnuppen Wünsche erfüllen?“

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Die Milchstraße besteht aus Milliarden von Sternen.

Der Blick in den nächtlichen Himmel. Mattweiß glimmt das Band der Milchstraße. Millionen Sterne. Mit einem Mal rauscht ein Lichtpunkt in weitem Bogen durch das Firmament. Jetzt die Augen schließen, nur ganz leicht die Lippen bewegen. Dafür ganz fest an das denken, was das Herz einem sagt. Dieser Wunsch soll in Erfüllung gehen, sagt der Volksglaube. Vorausgesetzt, er wird nicht verraten.

Als Jesus geboren war … da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen … und sind gekommen, ihn anzubeten (Mt 2,1-2).

Die Bibel ist skeptisch

Erfüllte Zeit für Wünsche, Träume. Dieser Stern deutet es an. Deshalb folgen die Männer seinem Lauf. Sie durchqueren Wüsten und Meere, Kontinente und Kulturen. Und tatsächlich, der Messias ist da, so wie der Stern es versprochen hat. Die Bibel erzählt das. Dabei ist sie eigentlich skeptisch gegenüber Himmelszeichen - von Anfang an. In der Schöpfungsgeschichte sind die Sterne Lichter, mehr nicht. Gott hängt sie ans Himmelszelt. Und die Menschen machen sich dazu ihren eigenen Reim. Sie halten die Sternschnuppen für herabfallende Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelslampen verlieren.

Wünsche können in Erfüllung gehen

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Im Januar lassen sich besonders gut Sternschnuppen beobachten.

Doch nicht überall bedeuten Sternschnuppen Gutes. Die Mongolen sehen in den Sternschnuppen die Seelen ihrer Ahnen auf dem Weg ins Jenseits. Und einige Südsee-Völker halten sie für Fackeln in der Hand von bösen Geistern. Wissenschaftlich betrachtet sind Sternschnuppen allerdings harmlos, lediglich Kometenstaub. Treten diese Partikel in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie. Dieses Phänomen lässt sich im Januar, April, August und November besonders oft beobachten. Dann nämlich streifen Meteorströme die Umlaufbahn der Erde. Viele Menschen formulieren dabei still ihre Wünsche. Das kann Erfolg haben, sagen Wissenschaftler. Träume, Wünsche sind nämlich Zukunftsentwürfe. Und wenn die konkret ausformuliert werden, setzt das große Kraft frei.

Jesus sprach zu ihnen: … Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, und sagt zu diesem Berge …: Heb dich und wirf dich ins Meer, so wird's geschehen! (Mt 21,21).

Glaube versetzt Berge. Denn wer weiß, was er will, wird dafür auch einiges tun. Deshalb unbedingt die Augen schließen, wenn eine Sternschnuppe durch den Nachthimmel rauscht. Und dann ganz fest daran denken, was das Herz einem sagt.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 20.01.2018 | 09:15 Uhr

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