Stand: 22.06.2017 12:30 Uhr

Das Kirchenlexikon - Ramadan

von Oliver Vorwald

"Ramadan und das Fest des Fastenbrechens. Dazu gratulieren die Kirchen, habe ich gelesen. Warum, das sind doch keine christlichen Feiertage?"

Der kleine Taifun wippt aufgeregt mit dem Stuhl, seine dunklen Augen leuchten. Morgen geht der Ramadan zu Ende. Die Großeltern kommen, Onkels, Tanten. Dann machen sich alle schick, gehen in die Moschee. Anschließend wird gegessen. Dazu gibt es jede Süßigkeiten. Drei Tage lang feiern muslimische Familien das Fest des Fastenbrechens. Und die Kirchen in Niedersachsen senden Glückwünsche. Sie enden oft mit den Worten: "Īd mubārak", "gesegnetes Fest".

Der Koran ist ein heiliges Buch

Der Ramadan ist für die Muslime von großer Bedeutung. Denn nach islamischer Auffassung hat der Prophet Mohammed in diesem Monat den Koran empfangen (Sure 2, 185). Der Koran gilt als heilig, jedes Wort stammt von Allah, dem Allerbarmer - heißt es. Das lässt sich übrigens im Koran selbst nachlesen. Der besteht aus 114 Kapiteln, den Suren. In Sure zwei geht es um den Ramadan, das Fasten und die entsprechenden Regeln (Sure 2,185).

Mondphasen geben den Zeitraum vor

Dekorationen für den Ramadan in Libanon © dpa-Bildfunk Foto: Nabil Mounzer
2017 endet der Ramadan am Abend des 24. Junis.

Der Ramadan dauert 29 Tage. Das Fasten soll nach der Morgendämmerung beginnen und endet mit dem Sonnenuntergang. Anschließend darf gegessen und getrunken werden. Auch Liebe und Leidenschaft sind kein Tabu. "Erlaubt ist euch zur Nacht des Fastens eure" Frauen zu besuchen. Das Wort "Ramadan" kommt aus dem Arabischen. Es meint "der heiße Monat". Aber daraus zu folgern, der Fastenmonat finde immer in der wärmsten Jahreszeit statt, wäre falsch. Es handelt sich um einen beweglichen Zeitraum, wie die christlichen Osterfeiertage. Für die Berechnung orientieren sich die Muslime nämlich an den Mondphasen. Und die sind nicht deckungsgleich mit den Monaten im Jahreskalender. So kommt es, dass der Ramadan 2006 im Oktober stattgefunden hat, während er 2017 im Juni liegt.

Der Ramadan und das Fest des Fastenbrechens. Für den kleinen Taifun und seine Familie hat es einen Stellenwert, der sich mit dem von Weihnachten oder Ostern vergleichen lässt. Die Kinder bekommen jede Menge Süßigkeiten geschenkt. Deshalb nennen einige diese Tage auch "Zuckerfest". Insofern nur konsequent, wenn die Kirchen dazu Glückwünsche senden. Daraus lebt gute Nachbarschaft: "Īd mubārak", "gesegnetes Fest".

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 24.06.2017 | 09:15 Uhr

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