Archiv

O / P / Q

von Andreas Brauns
  1. A
  2. B
  3. C / D / E / F
  4. G
  5. H
  6. I / J
  7. K
  8. L / M / N
  9. O / P / Q
  10. R
  11. S
  12. T
  13. U / V / W
  14. X / Y / Z

Das Kirchenlexikon - P wie Plakataktion "Mut ist"

Zurück zur Übersicht O / P / Q

"Bei Bahnfahrten ist mir ein Plakat aufgefallen. Auf dem steht: "Mut ist, Waffen mit Worten zu bekämpfen." Ist das nicht total weltfremd - auch für ein kirchliches Hilfswerk, das diese Plakate kleben lässt?"

Worte gegen Waffen. Da schütteln vermutlich nicht nur Sie den Kopf. Doch auf dem Plakat, das in Schwarz und Weiß gehalten ist, steht ja zum Glück mehr. Da heißt es: "Mut ist, Waffen mit Worten zu bekämpfen." Man könnte auch sagen: Mut ist, Gewalt nicht mit Gewalt zu beantworten. Manche werden jetzt sagen: mutig? Das ist alles andere als das. Das ist unvernünftig.

Bild vergrößern
Plakat-Kampagne des katholischen Hilfswerks Misereor.

Doch eine Minderheit entgegnet hoffentlich: Es ist mutig, sehr mutig sogar, denn es könnte als Schwäche verstanden werden. Worte gegen Waffen: Das ist nicht ungefährlich. Menschen, die das riskieren, brauchen Mut. Viel Mut. In seiner Plakataktion "Mut ist" stellt das katholische Hilfswerk Misereor solche Frauen und Männer in die Mitte, die mutig handeln, ihr Leben in die Hand nehmen. Menschen in Haiti, Peru, Afghanistan oder im Südsudan. Sie wollen kein Mitleid, sie suchen Unterstützung. Das sind Menschen, die nicht nur für den Frieden beten, die auch handeln, um die Spirale der Gewalt endlich zu beenden.

Kampagne soll zum Nachdenken anregen

Und bei dem Plakattext "Mut ist, Waffen mit Worten zu bekämpfen", ist jedem klar: Das ist fast aussichtslos. Wer das versucht, braucht Hilfe. Das ist allein nicht zu schaffen. Erziehung zum Frieden braucht einen langen Atem - und sie kostet. Während für Waffen immer Geld da ist, fehlt es, damit Menschen Worte der Verständigung finden. Mit den auffälligen Plakaten will das katholische Hilfswerk Misereor daran erinnern: Überall, wo es Konflikte gibt, gibt es auch mutige Menschen. Frauen und Männer, die gegen den Strom schwimmen.

Ein Plakat zeigt Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten. Da heißt es: "Mut ist, da hin zu gehen, wo andere fliehen." Auch das klingt unvernünftig. Denn die, die fliehen, werden ihre Gründe haben. Doch nicht alle fliehen. Und was ist mit denen, die zurück bleiben? Die auch  dann bleiben, wenn das letzte Kamerateam ausgeflogen wurde. Und was ist mit denen, die geflohen sind, aber jetzt in ihre Heimat zurück wollen? Bleiben sie allein oder finden sich Mutige, die sie unterstützen? Und helfen, neu anzufangen.

Es gibt mutige Menschen, die mit kleinen Schritten etwas zum Besseren bewegen. Sie verdienen Unterstützung. Darum gibt es von Misereor die Plakataktion "Mut ist", die auf den ersten Blick irgendwie weltfremd wirkt, aber so zum Nachdenken anregt.      

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.