John Hillerman (r) als Higgins und Tom Selleck als Thomas Magnum in einer Szene der TV-Serie "Magnum". (Aufnahme von 1983). © picture-alliance / dpa | dpa Universal Studios

"Oh mein Gott" - Die Lieblingsfloskel von Jonathan Higgins

Stand: 10.08.2021 14:45 Uhr

"Oh mein Gott!" Das rutscht vielen - auch Nichtchristen - hin und wieder so heraus. Die Sorge, etwas Verbotenes zu tun, liegt an den Zehn Geboten. Nummer zwei empfiehlt, "den Namen Gottes nicht unnütz zu gebrauchen".

von Pastor Oliver Vorwald

Jonathan Quayle Higgins. Kaum jemand verleiht diesem Ausruf so viel Stil wie der britische Gentleman aus der TV-Serie "Magnum". Higgins - ein disziplinierter Typ in Khakihosen - verwaltet ein Luxusanwesen auf Hawaii. So weit, so gut. Aber in dieser Villa unter Palmen hat auch Thomas Magnum ein Zimmer. Der Privatdedektiv mit Schnäuzer und Hawaiihemd piesackt immer wieder den auf Etikette pochenden Engländer. Mal bedient er sich ungefragt an dessen kubanischen Zigarren, dann wieder schnüffelt er im Tagebuch von Higgins. Das treibt den regelmäßig zur Weißglut …

 Auf Gottes Namen nicht "fluchen, schwören, lügen …"

Ja. Bei Entsetzen, Schmerz aber auch Freude meldet sich in der Sprache oft Gott zu Wort. Interessanterweise geschieht das wie von selbst, unbewusst. Das gilt übrigens nicht bloß für fromme Zeitgenossen. Auch denen - die mit Religion wenig am Hut haben - rutscht schon mal ein Satz wie "Oh mein Gott" heraus. Die Sorge, damit etwas Verbotenes zu tun, liegt an den Zehn Geboten. Nummer zwei empfiehlt, "den Namen Gottes nicht unnütz zu gebrauchen." (2. Mo 20) Was das genau bedeutet, führt Martin Luther im Kleinen Katechismus aus (EG 806.1): "Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, lügen …"

Weder lügen, schwören, noch fluchen. Aber ist das bei spontanen Reaktionen der Fall? Vermutlich eher nicht. Denn sie geschehen ja unreflektiert, als würde jemand anderes aus dem eigenen Innern sprechen und kurz die Regie übernehmen.

Die Serie "Magnum" wird durch "Oh mein Gott" berühmt

"Oh mein Gott, Agatha …" - Jonathan Higgings, der britische Gentleman aus der TV-Serie "Magnum", wird mit diesen Worten weltberühmt. Gott sei Dank, hat der Regisseur dieser Figur den religiösen Ausruf nicht verboten. Warum auch? Bei ehrlicher Freude oder in einer wirklichen Schrecksekunde sind diese Worte mehr als nur eine spontane, unreflektierte Äußerung. Sie sind so etwas wie ein kurzes Gebet. Sie bringen nämlich zur Sprache, dass es jenseits dieser Welt womöglich noch jemanden gibt, der über Wohl und Wehe der Menschen wacht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 21.08.2021 | 09:15 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/kirche/Das-Kirchenlexikon-Oh-mein-Gott,gott192.html

Info

Die Evangelische und Katholische "Kirche im NDR" ist verantwortlich für dieses Onlineangebot und für die kirchlichen Beiträge auf allen Wellen des NDR.