Stand: 13.09.2018 11:00 Uhr

Lieder in der Messe - von Gloria bis Sanctus

von Andreas Brauns

"Wenn ich mal im katholischen Gottesdienst bin, dann wundere ich mich über die Lieder, die gesungen werden. Da wird Gott gelobt und gepriesen. Das passt überhaupt nicht zu den Meldungen in den Nachrichten. Manchmal frage ich mich: 'Wird der Alltag da beim Singen ausgeblendet?'"

Einige der Lieder und Rufe, die eine Gemeinde im Gottesdienst singt, sind abgestimmt auf die Bibeltexte des jeweiligen Sonntags. Die werden nicht frei gewählt. Was Sonntag für Sonntag im Kirchenjahr gelesen wird, regelt eine Leseordnung. Und natürlich passen die vorgesehenen Bibelauszüge nicht immer zu dem, was die Nachrichtenlage beherrscht. Das wird besonders deutlich, wenn die Musik genau auf die Texte der Bibel abgestimmt ist.

Lebensalltag ist Thema im Gottesdienst

Bild vergrößern
Bibel und Messbuch geben Lieder und Rufe für den jeweiligen Sonntags-Gottesdienst vor.

Doch im Idealfall greifen die Lieder und Rufe das Thema des Sonntags auf und bringen es noch einmal anders ins Wort. Wird eine Botschaft gesungen, bleibt sie eher in Erinnerung. Aber ein Lied aus dem Gesangbuch passt nicht immer. Bei der Auswahl des ersten und des letzten Liedes in einem Gottesdienst sollten aktuelle Nachrichten mit im Blick sein. Ebenso das, was die Menschen in der Gemeinde beschäftigt. So werden sie wenigstens aus ihrem Alltag abgeholt und wieder dahin entlassen.

Keine Messe ohne Gloria oder Sanctus

In einem katholischen Gottesdienst existieren auch Lieder und Rufe, die an fast allen Sonntagen fest dazugehören. Ich kann sie nicht austauschen gegen irgendein Musikstück mit anderem Inhalt - etwa das "Gloria", das Gottlob, oder den "Halleluja"-Ruf vor dem Evangelium. Und dann ist da noch das "Sanctus", das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott vor dem sogenannten Hochgebet, das der Priester spricht. Außerdem gehören die "Lamm Gottes"- Rufe vor der Kommunion zum Gottesdienst-Ablauf.

Zwar gibt es von diesen Stücken jeweils viele Vertonungen, doch das ändert nichts am Wortlaut. Ein "Gloria" bleibt eben das was es ist. Aber es gibt durchaus Situationen, da kann aufgrund der Nachrichtenlage der versammelten Gemeinde sprichwörtlich das Lob Gottes im Hals stecken bleiben. Und da wäre es hilfreich, neben der Bibel und den Vorgaben im Messbuch auch die Zeitung im Blick zu haben, damit der Gottesdienst einen Bezug zum Leben hat.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 15.09.2018 | 09:15 Uhr