Kirchenglocke auf dem Dach eines Holzhauses © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

Das Läuten zum Gottesdienst ist grundsätzlich erlaubt

Stand: 11.01.2022 11:45 Uhr

Das Läuten von Kirchenglocken klingt für viele vertraut. Andere wiederum fühlen sich durch das lästige Gebimmel gestört - vor allem nachts. Allerdings ist sakrales Läuten durch das Recht auf freie Religionsausübung geschützt.

von Andreas Brauns

Also Pflicht sind Glockenschläge in der Nacht nicht. Viele Glocken schweigen da. Etwa zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, der gesetzlichen Nachtruhe also. Aber es gibt tatsächlich Glocken, die sind Tag und Nacht zu hören. Manche schlagen sogar jede Viertelstunde. Manchmal nur mit jeweils einem Schlag, oft aber mit bis zu vier Schlägen, bevor dann auch noch die jeweilige Stunde durch weitere Schläge mitgeteilt wird.

Wenn es sich dabei um Glocken mit einem schönen Klang handelt, mag das ja noch einige erfreuen - sogar in der Nacht. Aber eine Mehrheit wünscht sich dann doch eher Ruhe. Vor allem jene, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche wohnen.

Glocken können Menschen zum Schweigen bringen

In der Neujahrsnacht ist das anders. Da gehört es vielerorts dazu, das neue Jahr mit einem festlichen Läuten zu begrüßen. Nicht nur dann wird deutlich: Glocken sind auch emotionale Instrumente, die Menschen bewegen. Und durchaus auch zum Schweigen bringen.

Glocken ersetzen Uhr und Wecker

Allerdings sehen einige im Geläut nur unsinniges Gebimmel, andere empfinden es als Lärmbelästigung. Aber es gibt auch jene, die Glockenschläge nicht missen möchten. Die Klänge der Glocken gehört für sie einfach dazu. Sie können sogar den Wecker ersetzen. Früher waren die Glocken tatsächlich Wecker und Uhr. Aber diese Zeiten sind längst vorbei.

Das Läuten zum Gebet ist grundsätzlich erlaubt

Wenn heute Glocken läuten, und sich jemand daran stört, kann das juristisch nur unterbunden werden, wenn es sich dabei um weltliches Läuten handelt: also der Stundenschlag oder das Geläut zum neuen Jahr. Im Gegensatz zum weltlichen Läuten ist sakrales Läuten geschützt durch das Recht auf freie Ausübung der Religion. Wird also zum Gebet oder Gottesdienst geläutet, so ist das grundsätzlich erlaubt, auch mehrmals täglich. Nachts ist sakrales Läuten zum Glück nur selten zu hören: am Heiligen Abend und in der Osternacht.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 08.01.2022 | 09:15 Uhr

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