Stand: 05.02.2015 12:45 Uhr  | Archiv

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von Jan von Lingen
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Das Kirchenlexikon - I wie Islamischer Religionsunterricht

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"Es gibt ja nun auch islamischen Religionsunterricht in der Schule - wie steht die Kirche eigentlich dazu?“

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Im Unterricht geht es auch um das Verhältnis unter den verschiedenen Religionen.

Die Kirchen - evangelische und katholische - haben die Einrichtung des islamischen Religionsunterrichts von Anfang an unterstützt und tun es weiter. Aus vielen Gründen. Zunächst weil es im islamischen Religionsunterricht um "Bildung" geht. Denn muslimische Schülerinnen und Schüler haben - wie auch ihre christlichen Mitschüler - das Recht, ihre Religion kennen zu lernen. Was bedeutet der Fastenmonat Ramadan? Warum führt die Wallfahrt nach Mekka? Was sind die sogenannten fünf Säulen des Islam? Im Unterricht geht es auch um das Verhältnis zu anderen Religionen: Woran glauben Christen und Juden? Wie kann es ein tolerantes Miteinander der Religionen geben?

Ausbildung in Osnabrück

Die Lehrkräfte für dieses neue Fach werden am "Institut für Islamische Theologie" (IIT) in Osnabrück ausgebildet. Mehrfach haben evangelische und katholische Bischöfe das Institut an der Universität Osnabrück besucht und dort Gespräche geführt. Die christlichen Kirchen unterstützen die Ausbildungsstätte auch durch das Angebot von Unterrichtsmaterialien. Das "Institut für Islamische Theologie" steht für einen friedlichen Dialog der Religionen. Wer sich zum Beispiel für die Scharia, das islamische Recht, einsetzt, kann kein Religionslehrer in Niedersachsen sein.

Mehr als zehn Jahre lang wurde ein Modellprojekt in Niedersachsen erprobt, bis der islamische Religionsunterricht schließlich ordentliches Schulfach wurde. Nach dem Unterricht in Grundschulen und in fünften Klassen soll das Angebot nun weiter ausgebaut werden. Dafür werden Lehrkräfte gesucht und ausgebildet.

Bildung fördert Integration

Kirchen, Politik und muslimische Verbände in Niedersachsen sind sich einig: Es ist sinnvoll und gut, dass die rund 50.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler in ihrer Religion unterrichtet werden - und zwar in deutscher Sprache von staatlich geprüften Lehrern nach einem verabredeten Lehrplan. Denn Bildung ist auch ein Mittel gegen Extremismus und für Integration.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.