Stand: 09.08.2018 12:16 Uhr

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von Oliver Vorwald

"Die Hitze in diesem Sommer macht mich kirre. Hat die Bibel vielleicht ein paar 'kühle' Tipps parat? Schließlich herrschen im Land von Mose und Jesus doch regelmäßig heiße Temperaturen."

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Auch Beten und Meditieren soll gegen zu viel Hitze helfen.

Die Luft flirrt, kein Wölkchen am Himmel, dann nichts wie raus ans Wasser. So haben es die Menschen schon zu biblischen Zeiten gehalten - mit Erfolg. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn die Kombination aus Hitze und nackter Haut führt bei einigen Männern erst recht zu Schweißausbrüchen. Das Prophetenbuch Daniel erzählt von solchen Typen. Sie verstecken sich hinter Büschen, lauern der schönen Susanna auf, als ein Bad nehmen will.

Das Gartentor ist verschlossen, niemand sieht uns; wir brennen vor Verlangen … Sei uns zu Willen und gib dich uns hin (EÜ Dan 13,20).

Unverschämt diese Herren. Die Strafe prompt - und zwar mit der vollen Härte des Gesetzes. Die Bibel warnt mit solchen Geschichten vor gierigen, hitzigen Blicken.

Körperliche Arbeit vermeiden

Und sie gibt noch weitere Tipps für den Alltag in den heißen Zeiten des Jahres. Die sind auch notwendig, denn die Heimat von Mose und Jesus liegt in einer besonderen Klimazone. Im Westen sorgt das Mittelmeer für subtropisches Klima, im Süden glüht die riesige Negev-Wüste - sie macht mehr als die Hälfte des Heiligen Landes aus. In manchen Orten klettern die Temperaturen im Sommer auf über 40 Grad Celsius. Das ist nicht ohne. Diese extreme Hitze kann den Kreislauf völlig durcheinanderbringen. Deshalb empfiehlt die Bibel, schwere körperlicher Arbeit im Freien zu vermeiden, sollte die Sonne mit voller Wucht auf die Erde brennen.

"Denn als er [Manssse] die Arbeiter beim Garbenbinden beaufsichtigte, machte ihn die Hitze krank und er starb in seiner Stadt Betulia (Jud 8,3)."

Wie sich Landwirt Manasse gegen die Hitze hätte schützen können? Mit Beten oder Meditieren. Diese Übung sorgt für geistliche und körperliche Abkühlung, verspricht der Prophet Jesaja.

Kirchen spenden Schatten

Wenn die Luft also wieder mal flirrt, kein Wölkchen am Himmel steht, dann vielleicht mal zum Abkühlen in eine Kirche. Dort findet sich tatsächlich "Schatten vor der Hitze", vor allem in den Kapellen und Kathedralen des Mittelalters. Die sind aufgrund ihrer Bauweise nämlich angenehm temperiert. Hier herrschen rund 20 Grad Celsius. Bei einem stillen Gebet profitieren Geist und Körper davon.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 11.08.2018 | 09:15 Uhr

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