Stand: 23.08.2018 12:45 Uhr

Das Kirchenlexikon - Bischofsweihe

von Andreas Brauns

"Ich habe gehört, eine Bischofsweihe bei den Katholiken dauert stundenlang. Was passiert dabei eigentlich?"

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Zu den Insignien eines Bischofs gehören unter anderem eine Mitra und ein Hirtenstab.

Bei einer Bischofsweihe passiert eine ganze Menge, deshalb dauert dieser besondere Gottesdienst auch so lang. Allein der Ein- und Auszug der Bischöfe und Priester in die Kirche nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber dieses Procedere gehört zum Rahmenprogramm, das Wesentliche ist die Feier für den angehenden Bischof - die Weihe.

Kandidat legt sich lang auf den Boden

Am Beginn des Gottesdienstes steht die Feststellung: Der Papst hat den Kandidaten ernannt, das belegt das Verlesen der Ernennungsurkunde. Dann beginnt eine ganz normale katholische Messfeier. Und nach der Predigt des zuständigen Erzbischofs die eigentliche Zeremonie. Dabei verspricht der Kandidat das Evangelium zu verkünden und für Menschen da zu sein. Anschließend legt er sich lang auf den Boden, und alle Versammelten rufen in einer Litanei viele heilige Frauen und Männer an. Das soll verdeutlichen, dass Kirche mehr ist als diese Gemeinschaft, die jetzt Gottesdienst feiert.

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Nach dieser Litanei erhebt sich der Kandidat vom Boden und kniet sich hin. Alle katholischen Bischöfe, die mitfeiern, legen ihm nacheinander in Stille die Hände auf den Kopf. Dabei sagen sie die entscheidenden Worte der Weihe: "empfange den Heiligen Geist." Während dieser Handauflegung läutet nur eine große Glocke im Dom. Danach wird dem neuen Bischof ein Evangelienbuch über den Kopf gehalten, während einige Bischöfe ein Weihegebet sprechen. Das beendet die Gemeinde mit einem zustimmenden "Amen".

Neuer Bischof bekommt Insignien

Zum Ritus gehört auch, dass der neue Bischof am Kopf mit Öl gesalbt wird, wie einst Jesus. Im Anschluss bekommt er ein Evangelienbuch gereicht, seinen Bischofsring angesteckt, die Mitra auf den Kopf gesetzt und seinen Hirtenstab in die Hand gedrückt. Erst dann kann sich der Geweihte als Bischof seines Bistums auf einen besonderen Stuhl in seinem Dom setzen: den "Bischofsstuhl". Schließlich hat das Bistum einen neuen Bischof, der - als erste Amtshandlung - den Gottesdienst fortsetzt.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 25.08.2018 | 09:15 Uhr

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