Sendedatum: 15.03.2020 09:15 Uhr

Georg Bätzing sieht sich als "Klassensprecher"

von Andreas Brauns

"Die deutsche Bischofskonferenz hat Anfang des Monats einen neuen Vorsitzenden bekommen. Aber hat er wirklich etwas zu sagen?“

Georg Bätzing, der Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz © picture alliance/Pressebildagentur ULMER Foto: Ulmer
Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz folgt Georg Bätzing dem liberalen Kurs seines Vorgängers Reinhard Marx.

Wenn man Position des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Chef einer Partei oder dem Vorstandsvorsitzenden einer Aktiengesellschaft vergleicht, hat er auf jeden Fall weniger zu sagen. Denn der Geistliche ist weder so eine Art Generaldirektor noch ein deutscher Papst. Er ist eher eine Art Klassensprecher. So sieht zumindest der neue Vorsitzende sein Amt - Georg Bätzing, Bischof von Limburg.

Georg Bätzing ist Sprecher der deutschen Bischöfe

Gewählt wurde er für sechs Jahre von allen katholischen Bischöfen Deutschlands auf der Vollversammlung Anfang März. Einmal könnte diese Amtszeit verlängert werden. Die Aufgabe des Vorsitzenden ist es, die regelmäßigen Treffen der Bischöfe zu leiten. Außerdem repräsentiert er die gesamte Deutsche Bischofskonferenz gegenüber der Gesellschaft. Das heißt, wenn die katholische Kirche in Deutschland sich zu Wort meldet, dann macht das in der Regel der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Er ist dann tatsächlich so etwas wie ihr Sprecher, kann so natürlich Akzente setzen, ist jedoch bei dem, was er sagt, gebunden an die Beschlüsse, die die Bischöfe bei ihren Versammlungen gefasst haben.

Bätzing gilt als Brückenbauer

Und das macht die Rolle nicht immer einfach. Oft genug muss der Vorsitzende auch Brücken bauen zwischen den verschiedenen Lagern innnerhalb der Bischofskonferenz. Aber genau dafür scheint Georg Bätzing der richtige Mann zu sein. Hat er sich doch vor seiner Bischofsweihe im Herbst 2016 diesen Wahlspruch ausgesucht: "Congrega in unum", "Führe zusammen".

Zwar hat die deutsche Bischofskonferenz mit dem 58-Jährigen einen neuen Vorsitzenden, doch das oberste Gremium der Bischöfe bleibt die sogenannte Vollversammlung, zu der alle Bischöfe, egal, ob sie ein Bistum leiten oder nur als Weihbischöfe tätig sind, regelmäßig im Frühjahr und im Herbst für einige Tage zusammenkommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 15.03.2020 | 09:15 Uhr

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