Sendedatum: 22.08.2020 09:15 Uhr

Die Bibel ist kein Buch der Abstinenz

von Oliver Vorwald

"Alkohol, Volksdroge Nummer Eins. In der Corona-Pandemie soll sogar noch mehr getrunken worden sein als sonst. Wie steht die Bibel zu Bier, Schnaps und Wein?"

Eine Flasche Wein liegt neben einem gefüllten Rotweinglas. © photocase Foto: markusspiske
Kontaktbeschränkungen, keine großen Feiern - mehr Menschen greifen in der Coronakrise zum Wein oder Feierabendbier.

Deutschland im Rausch? Diese Frage stellt eine aktuelle Studie. Der zu Folge hat während der Corona-Pandemie der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen zugenommen. Nicht ohne. Denn zu viel und zu oft ist schädlich. Deshalb mahnt die Bibel übrigens immer wieder zur Nüchternheit. Dennoch ist sie kein Buch der Askese oder Abstinenz. In vielen Versen schwärmt sie geradezu vom Wein.

Viele Bibelverse lassen sich über Wein aus

Vom Wein ist übrigens in mehr als 1.500 Bibelversen die Rede. Zum Beispiel in der Geschichte über die Sintflut, den Neubeginn der Welt. Als Noah die Arche verlässt, das Land wieder bestellt, legt er zunächst einen Weinberg an (1. Mo 9,18). Der Weinberg ist übrigens ein Symbol, er steht im Alten Testament für das Volk Israel. Jesus knüpft daran an, um das Verhältnis zu seinen Jüngern näher zu beschreiben. "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben (Joh 15,5)."

Jesus verwandelt Wasser zu Wein

Übrigens hat auch sein erstes Wunder mit Wein zu tun (Joh 4). Da besucht Jesus die Hochzeit in Kana - Mondschein, Tanz, ausgelassene Stimmung. Aber mit einem Mal gehen die Drinks zur Neige. Also verwandelt Jesus Wasser zu Wein, ganze 400 Liter sollen es gewesen sein. Aber das Buch der Bücher kennt auch andere alkoholische Getränke wie Bier und Branntwein. Und es warnt ausdrücklich vor den Gefahren des maßlosen und regelmäßigen Konsums: "Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise (Spr 20,1)” ist nur ein Beispiel.

Verderben, Taumeln, eine verbitterte Seele - all das kann passieren. Deshalb noch einmal der Blick auf die medizinische Studie. Gut 3.000 Deutsche haben sich daran beteiligt. Mehr als 35 Prozent der Teilnehmenden gaben an, während Corona mehr Bier und Wein getrunken zu haben als sonst. Dieses Ergebnis: Vielleicht ein Weckruf, das eigene Verhalten einmal in den Blick zu nehmen. Zu viel, zu oft ist selten eine gute Idee. So sagt es auch die Bibel.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 22.08.2020 | 09:15 Uhr

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