Eine offene Tür im Kloster Fischbeck © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

Crying In The Chapel - Zum Weinen in die Kirche

Sendedatum: 13.10.2021 09:40 Uhr

Viele Menschen gehen gerne in die Kirche. Auch die, die mit Glauben erstmal gar nichts am Hut haben. Dafür ist wichtig, dass die Gotteshäuser offen sind.

von Pastor Michael Ellendorf

Sie besichtigen Kirchen, schauen sich aufmerksam um. Suchen sich ein ruhiges Plätzchen und bleiben eine Zeit lang. Zünden eine Kerze an. Beginnen zu beten. Manche fangen an zu weinen. Elvis, Gott hab ihn selig, hat genau davon gesungen: Crying In The Chapel - zum Weinen in die Kirche.

Kirchen rund um die Uhr öffnen

Still sitzen, schauen, beten, ungestört sein, geht sonst nirgendwo so gut wie in einer Kirche. Drei Voraussetzungen müssen dafür allerdings erfüllt sein:

  • Keine Videoüberwachung. Die greift immer mehr und an allen möglichen Orten um sich. In einer Kirche dürfen keine Kameras installiert sein. Beten unter Beobachtung geht gar nicht.
  • Freier Eintritt. In eine Kirche gehen und sich dort aufhalten darf nichts kosten. Eine Kirche ist weder Museum noch Einkaufszentrum. Sondern, um Jesus zu zitieren - ein Bethaus. Frei für alle.
  • Kirchen müssen geöffnet sein. Idealerweise rund um die Uhr. Gerade bei evangelischen Kirchen ist da noch sehr viel Luft nach oben.

AUDIO: Kirchenleute heute 13.10.2021 (2 Min)

Diebstahl und Vandalismus kommen selten vor

Ich kenne die Befürchtungen: Diebstahl, Vandalismus, Zerstörungen. Ich will auch gar nicht bestreiten, dass so etwas vorkommen kann. Andererseits zeigen die Erfahrungen von offenen Kirchen, dass diese Risiken sehr gering sind. Die allermeisten Menschen gehen nicht zum Klauen oder Randalieren in die Kirche.

Sondern eben zum Schauen und Beten. Und manchmal auch zum Heulen, wie Elvis. Das sollen sie tun dürfen, unbeobachtet und ohne Eintrittskarte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 13.10.2021 | 09:40 Uhr

Info

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