Sendedatum: 26.01.2020 10:50 Uhr

Christian Pfeiffer: Empathie hilft gegen Gewalt

von Susanne Richter

Mehr Liebe, weniger Hiebe. Das ist die beste Strategie gegen Verbrechen sagt Christian Pfeiffer, Deutschlands bekanntester Kriminologe. In seinem neuen Buch "Gegen die Gewalt" zeigt er, dass tatsächlich Empathie, also Mitgefühl das Entscheidende für ein friedliches Zusammenleben ist.

Christian Pfeiffer, vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, schaut in die Kamera. © NDR Foto: Jens Otto
Mehr Liebe und Gerechtigkeit helfen gegen Gewalt, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer.

Viele Menschen, vor allen Dingen Männer haben das in ihrer Kindheit nicht gelernt. Jungen können hören: "Hör doch auf zu heulen, sei doch keine Memme oder Heulsuse. Und werden eigentlich, gelobt sei, was hart macht, dazu erzogen, wegzugucken", sagt Pfeiffer.

Mehr Empathie für ein friedliches Miteinander

Wer dagegen Mitgefühl erlebt, wird auch selbst empathischer und friedlicher. Das gilt auch noch für später. Untersuchungen in deutschen Gefängnissen belegen diese These: Je empathischer die Bediensteten einer Anstalt seien, umso niedriger sei die Gewalt unter den Gefangenen untereinander. Warmherziger fairer Umgang sei das Mittel um einen friedlichen Knast zu haben, so der Kriminologe.

Pfeiffer nennt Christus als Vorbild

Wie können wir alle mitfühlender werden? Das ist letztlich eine Wertedebatte. Dafür braucht es ein Umdenken von uns allen. Der christliche Glaube kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, sagt Pfeiffer: Christus habe sich immer um die Schwachen gekümmert. "Er war lebendiges Beispiel für Empathie."

Je mächtiger die Kirche diese Botschaft verbreite umso mehr trage sie dazu bei, dass Menschen den Zugang zu sich selber finden, dass sie sich auf ihre Empathie-Gefühle einlassen, so Pfeiffer weiter.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 26.01.2020 | 10:50 Uhr

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